Zum Inhalt

American Shorthair: die gelassene Arbeiterkatze aus Amerika

Katzenrassen · aktualisiert November 2026

American Shorthair Katze in Silber getigert liegt entspannt am Boden

Die American Shorthair ist eine kräftige, mittelgroße Kurzhaarkatze mit ausgeglichenem, freundlichem Wesen. Sie ist anpassungsfähig, kinderfreundlich und recht pflegeleicht, neigt aber zu Übergewicht. In Europa ist sie seltener als ihre Verwandte, die Britisch Kurzhaar, und wird oft mit ihr verwechselt.

Herkunft: von Schiffskatzen zur Rassekatze

Die Vorfahren der American Shorthair kamen mit europäischen Siedlern auf Schiffen nach Nordamerika. Dort hielten sie Vorräte und Scheunen mäusefrei und mussten robust, gesund und anpassungsfähig sein. Eine schöne Erinnerung an ihre Arbeitsvergangenheit ist ihr kräftiger Jagdtrieb.

Anfang des 20. Jahrhunderts begannen Züchter in den USA, diese Hauskatzen gezielt weiterzuzüchten. Zunächst hieß die Rasse Domestic Shorthair, seit den 1960er-Jahren trägt sie ihren heutigen Namen. In Europa gibt es nur wenige Zuchten.

Aussehen: muskulös mit rundem Gesicht

Die American Shorthair ist mittelgroß bis groß, muskulös und gut gebaut, aber nicht so gedrungen wie die Britisch Kurzhaar. Der Kopf ist groß und rund, mit vollen Wangen und einer mittellangen Nase. Die Augen sind groß und rund, ihre Farbe passt zur Fellfarbe.

Am bekanntesten ist die Farbe Silber getigert mit dem klassischen Marmormuster. Das kurze, dichte Fell ist etwas härter als bei der Britisch Kurzhaar und schützt gut. Kater erreichen fünf bis sieben Kilogramm, Katzen bleiben leichter.

  • über 80 Farbvarianten, am typischsten Silver Classic Tabby
  • kräftige Beine, runde Pfoten
  • mittellange Nase ohne extreme Stupsnase
  • volle Größe erst mit drei bis vier Jahren

Charakter: gemütlich, aber kein Faulpelz

Die American Shorthair ist ausgeglichen, freundlich und unaufdringlich. Sie liebt Gesellschaft, muss aber nicht ständig auf dem Schoß liegen. Viele sitzen lieber neben dir als auf dir und beobachten das Geschehen.

Ihr Jagdtrieb ist ausgeprägt. Federangeln, Spielmäuse und Futterspiele begeistern sie bis ins Alter. Mit Kindern, anderen Katzen und ruhigen Hunden verträgt sie sich in der Regel gut, weil sie wenig aus der Ruhe bringt. Zeig ihr in den ersten Wochen, wo ihre Rückzugsorte sind, dann ist sie schnell angekommen.

Haltung und Pflege

Die Rasse eignet sich gut für die Wohnung, solange sie genug Beschäftigung bekommt. Ein gesicherter Freigang in einem ruhigen Garten ist ebenfalls möglich, in der Stadt aber riskant. Freigänger müssen in Österreich kastriert sein.

Das Fell ist pflegeleicht: Einmal pro Woche bürsten genügt, im Fellwechsel zweimal. Die größte Pflegeaufgabe ist das Gewicht. American Shorthairs fressen gern und bewegen sich als Erwachsene weniger. Abgemessene Portionen und tägliches Spielen sind deshalb wichtiger als jede Bürste.

  • Tagesration abwiegen, Leckerli davon abziehen
  • zwei kurze Jagdspiele pro Tag
  • stabiler Kratzbaum für schwere Katzen
  • jährlicher Gesundheitscheck mit Gewichtskontrolle

Gesundheit: HCM und Übergewicht im Blick

Die American Shorthair gilt dank ihrer Herkunft als robuste Rasse. Die wichtigste bekannte Erkrankung ist die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), eine Verdickung des Herzmuskels. Sie kommt bei der Rasse vor und lässt sich nur durch regelmäßigen Herzultraschall bei Zuchttieren erkennen, einen allgemeinen Gentest gibt es dafür nicht.

Übergewicht ist das zweite große Thema. Es belastet Gelenke und erhöht das Risiko für Diabetes. Frag den Züchter nach aktuellen Herzbefunden der Elterntiere und plane bei deiner eigenen Katze ab dem mittleren Alter regelmäßige Kontrollen ein.

  • HCM: Herzultraschall der Zuchttiere, idealerweise wiederholt
  • Übergewicht und daraus folgend Diabetes und Gelenkprobleme
  • Zahnstein im Alter

Für wen ist die American Shorthair geeignet?

Sie ist eine sehr gute Familienkatze und passt auch zu Katzenanfängern, Berufstätigen mit Zweitkatze und älteren Menschen, die eine ruhige, aber nicht träge Gefährtin suchen.

Weil die Rasse in Europa selten ist, werden manchmal Britisch Kurzhaar oder Hauskatzen als American Shorthair verkauft. Ein Stammbaum eines anerkannten Verbands und Herzbefunde der Eltern sind Pflicht.

Schau dir die Katzen beim Züchter persönlich an, am besten mit der Mutter. Ein gutes Zeichen ist, wenn die Kitten im Wohnbereich aufwachsen, an Alltagsgeräusche gewöhnt sind und frühestens mit zwölf Wochen, geimpft und gechippt, ausziehen. In Österreich muss jede Katzenzucht bei der Behörde gemeldet sein.

  • passt: Familien mit Kindern und Mehrtierhaushalte
  • passt: Katzenanfänger und ruhige Haushalte
  • passt nicht: wer eine kleine, zierliche Katze möchte
  • passt nicht: wer beim Füttern gern großzügig nachgibt

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen American Shorthair und Britisch Kurzhaar?

Die American Shorthair ist etwas schlanker und länger, hat einen etwas längeren Nasenrücken und ein härteres Fell. Die Britisch Kurzhaar ist gedrungener, mit plüschigem Fell und runderem Gesicht. Beide sind ruhig und familienfreundlich.

Wie alt wird eine American Shorthair?

Gesunde American Shorthairs werden oft 15 Jahre und älter. Ein normales Gewicht und regelmäßige Herzkontrollen tragen viel dazu bei.

Ist eine American Shorthair eine Kuschelkatze?

Sie ist anhänglich, aber nicht klammernd. Viele genießen Streicheleinheiten, liegen aber lieber neben dir als auf dem Schoß und entscheiden gern selbst, wann gekuschelt wird.

Für Katzenleit mit Schmäh

Des, wos si dei Katz eh denkt. Als Leiberl, Hoodie oder Pulli.

Mehr zu Katzenrassen