Britisch Kurzhaar: Charakter, Haltung, Gesundheit und ehrliche Nachteile
Katzenrassen · aktualisiert November 2026
Die Britisch Kurzhaar (BKH) ist eine kräftige, ruhige Katze mit dichtem Plüschfell, rundem Gesicht und großen Kulleraugen. Sie ist ausgeglichen, wohnungstauglich und ideal für Menschen, die keine Dauerbespaßung wollen. Sie ist aber kein Kuscheltier zum Herumtragen und braucht trotz Gemütlichkeit tägliches Spiel.
Herkunft: von britischen Straßenkatzen zur Rassekatze
Die Vorfahren der BKH waren robuste Haus- und Hofkatzen in Großbritannien. Ende des 19. Jahrhunderts begannen Züchter, die kräftigsten und schönsten Tiere gezielt zu züchten, und die Rasse war auf den ersten Katzenausstellungen in London vertreten.
Nach den Weltkriegen war der Bestand stark geschrumpft. Um die Rasse zu retten, wurden unter anderem Perserkatzen eingekreuzt. Das brachte das dichte Fell und das runde Gesicht, aber auch einige Erbkrankheiten der Perser in die Rasse. Heute ist die BKH eine der beliebtesten Rassekatzen in Österreich und Deutschland.
Aussehen: Plüsch, Pausbacken und Kupferaugen
Die BKH ist mittelgroß bis groß, gedrungen und muskulös, mit breiter Brust, kurzen, kräftigen Beinen und einem dicken Schwanz mit runder Spitze. Der Kopf ist rund mit vollen Wangen, die Nase kurz und gerade, die Augen groß und rund.
Am bekanntesten ist die blaue BKH mit kupferfarbenen Augen. Sie wird oft mit der Kartäuserkatze verwechselt, das ist aber eine eigene französische Rasse. Das Fell ist kurz, sehr dicht und fühlt sich an wie Plüsch.
- viele Farben: Blau, Lilac, Schwarz, Creme, Colourpoint, Silver, Golden und Tabby
- Augenfarbe passend zur Fellfarbe: Kupfer, Gold, Grün oder Blau
- Kater oft fünf bis acht Kilogramm, Katzen vier bis sechs
- volle Größe erst mit etwa drei Jahren
Charakter: gemütlich, unabhängig, aber nicht faul
BKH sind ausgeglichen, freundlich und lassen sich selten aus der Ruhe bringen. Sie lieben Gesellschaft, sind aber gern in deiner Nähe statt auf deinem Schoß. Viele mögen es nicht, hochgehoben oder herumgetragen zu werden, und zeigen das deutlich.
Als Kitten sind sie sehr verspielt, mit dem Alter werden sie ruhiger. Gerade dann brauchen sie tägliches Spiel, sonst setzen sie schnell Speck an. Zwei kurze Spielrunden mit der Federangel am Tag halten Körper und Kopf fit.
Haltung und Pflege
Die BKH ist eine ideale Wohnungskatze. Ein stabiler Kratzbaum, der ihr Gewicht aushält, Liegeplätze mit Aussicht und ein gesicherter Balkon reichen ihr für ein zufriedenes Leben. Wer berufstätig ist, sollte über eine zweite Katze nachdenken, auch wenn BKH eher unabhängig sind.
Das dichte Fell braucht einmal pro Woche eine Bürste, im Fellwechsel mehrmals pro Woche, sonst landet die Unterwolle auf dem Sofa. Das größte Pflegethema ist aber das Gewicht.
- Futter abwiegen, Leckerli von der Tagesration abziehen
- Fummelbretter und Futterbälle gegen Langeweile
- Bürsten mit einem Unterwollkamm im Fellwechsel
- Augen regelmäßig auf Tränenfluss prüfen
Gesundheit: HCM, PKD und Blutgruppe B
Die BKH gilt als robust, hat aber bekannte Erbkrankheiten. Die wichtigste ist die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), eine Verdickung des Herzmuskels, die oft lange unbemerkt bleibt. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere regelmäßig per Herzultraschall untersuchen.
Durch die Perser-Einkreuzung kommt auch die Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) vor, für die es einen Gentest gibt. Außerdem haben BKH überdurchschnittlich oft Blutgruppe B, das ist bei Zucht und Bluttransfusionen wichtig.
Ehrlich angesprochen werden muss die Nase: Manche Linien werden mit sehr kurzer Nase gezüchtet. Starke Kurznasigkeit kann Atemprobleme und Tränenfluss verursachen und ist in Österreich als Qualzucht verboten. Achte auf eine deutliche Nase mit offenen Nasenlöchern.
- HCM: Herzultraschall der Elterntiere, nicht älter als ein Jahr
- PKD: Gentest der Elterntiere negativ
- Blutgruppe beim Tierarzt bestimmen lassen
- Finger weg von Angeboten mit Knickohren (Scottish-Fold-Mischungen), sie leiden unter Knorpelschäden
Für wen ist die Britisch Kurzhaar geeignet?
Die BKH passt zu Katzenanfängern, Familien mit älteren Kindern, Paaren und ruhigen Haushalten. Sie ist ideal, wenn du eine entspannte Mitbewohnerin suchst, die dich nicht ständig fordert.
Die BKH ist leider auch eine beliebte Rasse für Vermehrer, die billig und ohne Gesundheitstests produzieren. Kauf nur bei gemeldeten Züchtern mit Stammbaum, Herz- und PKD-Befunden und Kitten ab zwölf Wochen.
- passt: Anfänger, ruhige Haushalte, Wohnungshaltung
- passt: Familien, deren Kinder akzeptieren, dass die Katze nicht getragen werden will
- passt nicht: wer eine Schmusekatze zum Herumtragen erwartet
- passt nicht: wer bei der Fütterung schwer Nein sagen kann
Häufige Fragen
Ist eine Britisch Kurzhaar eine Schmusekatze?
Sie ist anhänglich, aber selten eine klassische Schoßkatze. Viele liegen lieber neben dir und mögen es nicht, hochgehoben zu werden. Streicheleinheiten genießen sie meist auf ihre Art und zu ihrer Zeit.
Kann man eine Britisch Kurzhaar allein halten?
Wenn jemand viel zu Hause ist, geht das oft gut, weil BKH eher unabhängig sind. Bei Berufstätigen ist eine zweite Katze trotzdem empfehlenswert, damit sie Gesellschaft und Bewegung hat.
Wie alt wird eine Britisch Kurzhaar?
Meist zwischen 12 und 17 Jahren. Normales Gewicht, gesunde Elterntiere und regelmäßige Herzkontrollen machen einen großen Unterschied.
Ist die blaue BKH eine Kartäuser?
Nein. Die Kartäuser (Chartreux) ist eine eigene französische Rasse, die nur in Blau vorkommt. Im Alltag wird die blaue BKH aber oft fälschlich Kartäuser genannt.