Graue Katze: Woher die blaue Farbe kommt und welche Rassen grau sind
Katzenrassen · aktualisiert November 2026
Eine graue Katze ist genetisch eine aufgehellte schwarze Katze. Ein Verdünnungsgen sorgt dafür, dass die Farbpigmente im Haar verklumpen, dadurch wirkt das Fell grau statt schwarz. In der Katzenzucht heißt diese Farbe deshalb „Blau“. Typisch grau sind Rassen wie Kartäuser, Russisch Blau, Korat und die Britisch Kurzhaar, aber auch viele Hauskatzen.
Genetik: wie aus Schwarz Grau wird
Für die graue Farbe ist das sogenannte Dilution-Gen verantwortlich, also das Verdünnungsgen. Es ist rezessiv. Eine Katze wird nur dann grau, wenn sie die Anlage von beiden Elternteilen erbt. Zwei schwarze Katzen, die beide die Anlage verdeckt tragen, können so plötzlich ein graues Kitten bekommen.
Die Verdünnung wirkt auch auf andere Farben. Aus Rot wird Creme, aus Schildpatt wird Blau-Creme und aus Schokolade wird Lila (Lilac). Graue Katzen können außerdem gestromt, getigert oder mit Weiß gezeichnet sein, also etwa grau-weiß.
- Schwarz + Verdünnung = Blau (Grau)
- Rot + Verdünnung = Creme
- Schildpatt + Verdünnung = Blau-Creme
- Schokolade + Verdünnung = Lilac
Herkunft: graue Katzen in der Geschichte
Graue Katzen gibt es seit Jahrhunderten. Die Korat aus Thailand gilt dort als traditioneller Glücksbringer, die Russisch Blau soll von Hafenkatzen aus dem Raum Archangelsk abstammen. Die Kartäuser wird in Frankreich seit langer Zeit gezüchtet, um ihre Herkunft ranken sich viele Legenden, auch rund um Mönche des Kartäuserordens.
In der modernen Zucht wurden diese Rassen gezielt auf eine gleichmäßige, intensive Farbe gezüchtet. Bei Hauskatzen taucht Grau einfach dann auf, wenn die Gene passen.
Aussehen: die grauen Rassen im Überblick
Grau ist nicht gleich Grau. Je nach Rasse reicht die Farbe von hellem Taubengrau bis zu dunklem Schiefer, oft mit einem silbrigen Schimmer an den Haarspitzen. Graue Kitten haben manchmal eine leichte Tabby-Zeichnung, die sich mit dem Erwachsenwerden verliert.
- Britisch Kurzhaar: kompakt, rundes Gesicht, plüschiges Fell, kupferfarbene Augen
- Kartäuser: kräftig, blaugraues dichtes Fell, kupfer- bis orangefarbene Augen
- Russisch Blau: schlank, silbrig schimmerndes Doppelfell, grüne Augen
- Korat: zierlich, herzförmiges Gesicht, silberblaues Fell, grüne Augen
- Nebelung: halblanghaarige Variante, ähnlich der Russisch Blau
- Hauskatze: grau, grau getigert oder grau-weiß, in allen Augenfarben
Charakter: ist Grau eine Persönlichkeit?
Die Fellfarbe allein bestimmt nicht den Charakter. Viele Halterinnen schwören aber, dass ihre grauen Katzen besonders sanft und ruhig sind. Das liegt eher an den Rassen: Britisch Kurzhaar und Kartäuser gelten als gelassen und anhänglich, Russisch Blau als zurückhaltend gegenüber Fremden, aber sehr treu.
Bei grauen Hauskatzen entscheiden Herkunft, Aufzucht und Erfahrungen über den Charakter. Lern die Katze also vor dem Einzug kennen, statt dich auf die Farbe zu verlassen.
Haltung und Pflege grauer Katzen
Die meisten grauen Rassen haben dichtes Kurzhaar mit viel Unterwolle. Einmal pro Woche bürsten genügt, im Fellwechsel im Frühling und Herbst öfter, sonst liegt bald eine graue Schicht auf dem Sofa. Graue Haare sieht man auf dunkler und heller Kleidung gleichermaßen gut, ein Fusselroller wird dein bester Freund.
Ansonsten brauchen graue Katzen dasselbe wie alle anderen: Kratzbaum, Spielzeit, sauberes Klo und gutes Futter. Gerade die gemütlichen Rassen neigen zu Übergewicht, also achte auf die Portionen.
Gesundheit: Farbe ist kein Risiko
Die graue Farbe selbst ist gesundheitlich unproblematisch. Anders als bei weißen Katzen mit blauen Augen gibt es keinen Zusammenhang mit Taubheit. Wichtig sind die rassetypischen Erbkrankheiten der jeweiligen Rasse.
Bei der Britisch Kurzhaar ist das vor allem die Herzmuskelverdickung HCM und bei manchen Linien die Zystenniere PKD. Bei der Korat gibt es seltene Stoffwechselkrankheiten, auf die seriöse Züchter testen.
Für wen ist eine graue Katze geeignet?
Für alle, die sich in diese elegante Farbe verliebt haben, und vor allem für Menschen, die eine ruhige Rassekatze wie Britisch Kurzhaar oder Kartäuser suchen. Wer es aktiver mag, schaut sich die Russisch Blau oder eine graue Hauskatze an.
Graue Hauskatzen findest du übrigens regelmäßig im Tierheim. Eine Rasse brauchst du für diese Farbe also nicht.
Häufige Fragen
Warum heißen graue Katzen blau?
In der Katzenzucht wird die verdünnte Form von Schwarz traditionell als Blau bezeichnet. Bei bestimmtem Licht hat das graue Fell tatsächlich einen leicht bläulichen Schimmer. Im Alltag sagt man einfach grau.
Welche Augenfarbe haben graue Katzen?
Das hängt von der Rasse ab. Britisch Kurzhaar und Kartäuser haben kupfer- bis orangefarbene Augen, Russisch Blau und Korat grüne. Graue Hauskatzen können gelbe, grüne oder bernsteinfarbene Augen haben, alle Kitten kommen mit blauen Augen zur Welt.
Ist eine graue Katze immer eine Kartäuser?
Nein. Viele graue Katzen sind Hauskatzen oder Britisch Kurzhaar. Ob eine Katze eine Kartäuser ist, lässt sich nur über den Stammbaum feststellen.
Können zwei schwarze Katzen graue Kitten bekommen?
Ja, wenn beide Eltern die rezessive Verdünnungsanlage verdeckt tragen. Dann kann ein Teil der Kitten grau werden. Umgekehrt bekommen zwei graue Katzen nur graue oder cremefarbene Kitten, aber keine schwarzen.