Katze bürsten: Die richtige Bürste, die richtige Technik und wie oft
Pflege · aktualisiert November 2026
Kurzhaarkatzen bürstest du etwa einmal pro Woche mit einem Gummistriegel oder Noppenhandschuh, Langhaarkatzen täglich mit Zupfbürste und Metallkamm. Gebürstet wird in Wuchsrichtung, in kurzen Einheiten und mit einer Belohnung am Ende. Mit dem passenden Werkzeug und ein bisschen Geduld wird das Bürsten für viele Katzen zum Lieblingsritual.
Warum bürsten, wenn die Katze sich selbst putzt?
Katzen sind eigentlich ihre eigenen Friseurinnen. Trotzdem hilft Bürsten: Du entfernst lose Haare, bevor die Katze sie verschluckt, und beugst damit Haarballen vor. Bei Langhaarkatzen verhinderst du Filz, der sich sonst schnell an Bauch, Achseln und hinter den Ohren bildet.
Nebenbei ist das Bürsten ein täglicher Gesundheitscheck. Du spürst Knoten, Krusten, Zecken oder Flohkot, lange bevor sie dir sonst auffallen würden. Und viele Katzen genießen die Aufmerksamkeit, weil Bürsten sich anfühlt wie das gegenseitige Putzen unter Katzen.
Welche Bürste für welches Fell?
Die eine Bürste für alle Katzen gibt es nicht. Entscheidend sind Felllänge und Unterwolle. Für die meisten Katzen reichen zwei Werkzeuge, mit denen du alles abdeckst. Kauf lieber ein gutes Werkzeug als fünf billige, bei Metallkämmen sollten die Zinken abgerundet sein, damit sie die Haut nicht kratzen.
Vorsicht bei Unterwolle-Werkzeugen mit Klingen. Sie entfernen sehr viel Fell auf einmal, können aber bei falscher Handhabung das Deckhaar abschneiden oder die Haut reizen. Wenn du so ein Werkzeug nutzt, nur ohne Druck, nur in Wuchsrichtung und nicht öfter als vom Hersteller empfohlen.
- Gummistriegel oder Noppenhandschuh: ideal für Kurzhaar, nimmt lose Haare sanft auf
- Zupfbürste mit feinen Drahtstiften: löst Unterwolle bei Halblang- und Langhaar
- Metallkamm mit weiten und engen Zinken: zum Durchkämmen und Kontrollieren auf Knoten
- Naturborstenbürste: zum Glätten und für Glanz am Schluss
- Flohkamm mit sehr engen Zinken: zur Kontrolle auf Flöhe und Flohkot
- Unterwolle-Werkzeug mit Klingen: nur sparsam, vor allem im Fellwechsel
So bürstest du richtig: Schritt für Schritt
Wähl einen Moment, in dem deine Katze entspannt ist, etwa nach dem Fressen oder wenn sie ohnehin auf dem Schoß döst. Beginne dort, wo sie Berührung am liebsten mag, meistens an Wangen, Kopf und Rücken. Bauch, Beine und Schwanz sind bei vielen Katzen empfindlich und kommen erst später dran, wenn sie das Bürsten schon kennt.
Bürste immer in Wuchsrichtung und mit leichtem Druck. Bei Langhaarkatzen arbeitest du dich in Schichten vor: Fell mit einer Hand anheben, die darunterliegende Schicht kämmen, dann die nächste. So erwischst du die Unterwolle, wo sich die Knoten verstecken.
- mit den Fingern über das Fell streichen und nach Knoten tasten
- mit Striegel oder Zupfbürste in Wuchsrichtung lose Haare lösen
- bei Langhaar mit dem Metallkamm nachkämmen, Schicht für Schicht
- kritische Stellen nicht vergessen: hinter den Ohren, Achseln, Bauch, Hosen
- Knoten nie herausreißen, sondern mit den Fingern lockern
- zum Schluss mit der Hand glattstreichen und belohnen
Wie oft muss ich meine Katze bürsten?
Die Häufigkeit hängt vor allem vom Fell ab, aber auch vom Alter und von der Jahreszeit. Im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst verlieren Katzen besonders viele Haare, dann darf es auch bei Kurzhaar öfter sein. Ältere und übergewichtige Katzen putzen sich schlechter selbst und brauchen deshalb mehr Hilfe.
Besser fünf Minuten jeden Tag als eine halbe Stunde einmal pro Woche. Kurze, regelmäßige Einheiten sind für die Katze angenehmer, und das Fell verfilzt gar nicht erst.
- Kurzhaar: etwa einmal pro Woche, im Fellwechsel zwei- bis dreimal
- Halblanghaar wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatze: mehrmals pro Woche
- Langhaar wie Perser: täglich
- Senioren und übergewichtige Katzen: öfter, besonders am Rücken und Hinterteil
Wenn die Katze das Bürsten hasst
Manche Katzen machen schon beim Anblick der Bürste einen Abgang unter das Bett. Meistens steckt eine schlechte Erfahrung dahinter, etwa ziepende Knoten oder zu lange Sitzungen. Die gute Nachricht: Mit etwas Training lassen sich die meisten Bürstenmuffel umstimmen.
Leg die Bürste anfangs einfach neben den Liegeplatz, damit sie dazugehört. Streichle dann mit der Bürste in der Hand, ohne zu bürsten. Steigere dich auf wenige Striche am Rücken, und hör auf, bevor die Katze unruhig wird. Ein Leckerli am Ende macht den Rest. Zuckt der Schwanz, legen sich die Ohren an oder dreht sie den Kopf zur Hand, ist Schluss für heute.
Bürste sauber halten
Eine Bürste voller Haare bürstet schlecht und sammelt Hautschuppen und Keime. Zupf die Haare nach jeder Sitzung heraus und wasch das Werkzeug etwa einmal pro Woche mit warmem Wasser und milder Seife. Danach gut trocknen lassen, damit Metallteile nicht rosten.
Leben mehrere Katzen im Haushalt, gib am besten jeder ihre eigene Bürste. Das ist hygienischer, vor allem wenn eine Katze Hautprobleme oder Parasiten hat, und manche Katzen mögen den Geruch der anderen ohnehin nicht an ihrem Fell.
Häufige Fragen
Darf ich eine Menschenbürste für meine Katze nehmen?
Eine weiche Haarbürste kann zum Glätten funktionieren, entfernt aber kaum Unterwolle. Spitze Plastikborsten können die Haut kratzen. Ein Gummistriegel oder eine Katzenbürste ist für das Katzenfell deutlich besser geeignet.
Warum beißt meine Katze beim Bürsten?
Oft ist ihr die Sitzung zu lang oder du hast eine empfindliche Stelle erwischt. Manche Katzen werden durch langes Streicheln überreizt. Kürzere Einheiten und das Auslassen des Bauchs helfen meistens.
Hilft Bürsten gegen Katzenhaare in der Wohnung?
Ja, deutlich. Jedes Haar, das in der Bürste landet, landet nicht auf Sofa und Pullover. Ganz verhindern lässt sich Haaren nicht, im Fellwechsel bleibt es eine Zeit der Fusselrolle.
Muss ich eine Kurzhaarkatze überhaupt bürsten?
Nicht zwingend, viele kommen allein gut zurecht. Einmal pro Woche mit dem Noppenhandschuh reduziert aber Haarballen und Haare in der Wohnung, und die meisten Kurzhaarkatzen genießen es.