Zum Inhalt

Katze hat Fieber: richtig messen, Ursachen und wann es gefährlich wird

Gesundheit · aktualisiert November 2026

Katze mit Fieber ruht eingerollt in ihrem Katzenbett

Die normale Körpertemperatur einer Katze liegt bei etwa 38 bis 39 Grad, also höher als beim Menschen. Ab etwa 39,5 Grad spricht man von Fieber. Über 40 Grad oder bei Fieber, das länger als einen Tag anhält, gehört deine Katze zum Tierarzt, genauso wie bei Untertemperatur unter 37,5 Grad.

Woran erkennst du, dass deine Katze Fieber hat?

Fieber sieht man einer Katze nicht immer sofort an. Oft fällt zuerst auf, dass sie sich anders verhält: Sie liegt viel herum, zieht sich zurück und hat keine Lust auf Spiel oder Futter. Manche Katzen verkriechen sich an kühlen Orten, etwa auf den Fliesen im Badezimmer.

Warme Ohren oder eine trockene Nase sind übrigens keine verlässlichen Zeichen. Die Nase kann bei einer gesunden Katze nach dem Schlafen trocken und warm sein. Gewissheit bringt nur das Fiebermessen.

  • Müdigkeit, Teilnahmslosigkeit, viel Schlaf
  • Appetitlosigkeit und wenig Trinken
  • Rückzug und Verstecken
  • schnellere Atmung oder erhöhter Puls
  • struppiges Fell, weil sie sich weniger putzt
  • Zittern oder Schüttelfrost

Fieber messen bei der Katze: so geht's

Am genauesten ist die Messung im Po mit einem digitalen Fieberthermometer. Das ist für dich und die Katze nicht angenehm, geht aber schnell. Am besten seid ihr zu zweit: Eine Person hält die Katze sanft fest, die andere misst.

Ohr- und Stirnthermometer für Menschen sind bei Katzen meistens ungenau. Verwende ein eigenes Thermometer nur für die Katze und reinige es nach jeder Messung.

  • Thermometerspitze mit etwas Vaseline oder Gleitgel bestreichen
  • Katze auf eine Decke stellen oder seitlich hinlegen, Schwanz anheben
  • Spitze vorsichtig etwa ein bis zwei Zentimeter einführen, nie mit Gewalt
  • warten, bis das Thermometer piepst, Wert notieren
  • danach loben und eine Kleinigkeit anbieten, wenn sie frisst

Was sind die häufigsten Ursachen für Fieber?

Fieber ist keine Krankheit, sondern eine Abwehrreaktion des Körpers. Er erhöht die Temperatur, um Erreger zu bekämpfen. Die wichtigste Frage ist also nicht nur, wie hoch das Fieber ist, sondern woher es kommt.

Bei Freigängern ist ein Bissabszess ein Klassiker: Nach einer Rauferei mit dem Nachbarkater bildet sich unter der Haut eine Eitertasche, die oft erst nach ein paar Tagen als Schwellung sichtbar wird. Bis dahin fällt nur auf, dass die Katze matt ist und Fieber hat.

  • Infektionen durch Viren oder Bakterien, etwa Katzenschnupfen
  • Bissabszesse und entzündete Wunden
  • Entzündungen von Organen, zum Beispiel Lunge, Gebärmutter oder Harnwege
  • eine leichte Reaktion nach einer Impfung, die meist nach ein bis zwei Tagen abklingt
  • seltener Tumore, Immunerkrankungen oder FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)

Fiebermittel für Menschen sind tabu

Das Wichtigste vorweg: Gib deiner Katze niemals Fiebersenker aus deiner Hausapotheke. Paracetamol ist für Katzen schon in kleinen Mengen tödlich. Auch Ibuprofen und Acetylsalicylsäure (Aspirin) sind für Katzen giftig und können Magen, Nieren und Blut schwer schädigen.

Auch pflanzliche Mittel und ätherische Öle sind keine gute Idee. Katzen fehlen bestimmte Leberenzyme, deshalb können sie viele Stoffe nicht abbauen, die für uns harmlos sind. Teebaumöl zum Beispiel ist für Katzen giftig.

Das kannst du bei Fieber tun

Bis zum Tierarzttermin kannst du deiner Katze das Leben leichter machen. Sorg für einen ruhigen, nicht zu warmen Platz und lass sie schlafen, so viel sie will. Kinder und andere Haustiere sollten sie in dieser Zeit in Ruhe lassen.

Flüssigkeit ist jetzt besonders wichtig. Stell frisches Wasser in Reichweite ihres Liegeplatzes und biete Nassfutter an, gern leicht angewärmt. Bei sehr hohem Fieber kannst du die Pfoten mit einem feuchten, lauwarmen Tuch abtupfen. Kühle aber nie mit Eis oder kaltem Wasser, das belastet den Kreislauf.

  • zweimal täglich messen und die Werte notieren
  • Wasser und Nassfutter in der Nähe des Schlafplatzes anbieten
  • Katzenklo gut erreichbar aufstellen
  • den Körper nach Schwellungen oder warmen, schmerzhaften Stellen abtasten
  • keine Medikamente ohne tierärztliche Anweisung

Wie kannst du Fieber vorbeugen?

Viele fieberhafte Infekte lassen sich mit einem vollständigen Impfschutz verhindern oder abmildern, vor allem Katzenschnupfen und Katzenseuche. Lass dich von deiner Tierarztpraxis beraten, welche Impfungen für eure Haltung sinnvoll sind.

Bei Freigängern hilft die Kastration, denn kastrierte Kater raufen deutlich weniger und haben damit seltener Bissverletzungen. Untersuche deine Freigängerin nach Streifzügen ab und zu auf kleine Wunden. Je früher ein Biss behandelt wird, desto seltener entsteht ein Abszess.

Häufige Fragen

Welche Temperatur ist bei Katzen normal?

Gesunde erwachsene Katzen haben etwa 38 bis 39 Grad. Bei Aufregung, etwa auf dem Weg zur Praxis, kann sie leicht darüber liegen. Kitten haben oft eine etwas höhere Temperatur als erwachsene Katzen.

Kann ich bei meiner Katze im Ohr Fieber messen?

Es gibt spezielle Ohrthermometer für Tiere, Geräte für Menschen sind aber oft ungenau. Die zuverlässigste Methode bleibt die Messung im Po mit einem digitalen Thermometer.

Ist Fieber nach der Impfung normal?

Leichtes Fieber, Müdigkeit und weniger Appetit für ein bis zwei Tage nach der Impfung sind möglich und meistens harmlos. Dauert es länger, ist das Fieber hoch oder bildet sich eine Schwellung an der Einstichstelle, die nach einigen Wochen nicht verschwindet, melde dich in der Praxis.

Hat meine Katze Fieber, wenn sich die Ohren heiß anfühlen?

Nicht unbedingt. Die Ohren werden auch nach dem Schlafen an einem warmen Platz oder nach dem Spielen warm. Nur das Thermometer sagt dir, ob wirklich Fieber vorliegt.

Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Wenn du unsicher bist, ruf deine Tierarztpraxis an.

Für Katzenleit mit Schmäh

Des, wos si dei Katz eh denkt. Als Leiberl, Hoodie oder Pulli.

Mehr zu Gesundheit