Milben bei der Katze: Ohrmilben, Herbstgrasmilben und Co. erkennen und behandeln
Gesundheit · aktualisiert November 2026
Kratzt sich deine Katze ständig an den Ohren, schüttelt den Kopf oder hat sie kleine orange Pünktchen zwischen den Zehen, stecken oft Milben dahinter. Die meisten Milben bei Katzen sind gut behandelbar, aber sehr ansteckend für andere Tiere im Haushalt. Welche Milbe es ist, kann nur die Tierarztpraxis sicher feststellen, und danach richtet sich die Behandlung.
Welche Milben bei Katzen vorkommen
Milben sind winzige Spinnentiere, viele davon mit freiem Auge kaum zu erkennen. Bei Katzen gibt es einige typische Arten, die sich an unterschiedlichen Stellen ansiedeln und unterschiedlich aussehen. Das macht die Unterscheidung für Laien schwierig.
Am häufigsten sind Ohrmilben, vor allem bei Kitten und Freigängern. Im Spätsommer und Herbst kommen Herbstgrasmilben dazu, die Katzen beim Streifzug durch Wiese und Garten aufsammeln.
- Ohrmilben: dunkelbraunes, krümeliges Ohrenschmalz, starker Juckreiz an den Ohren
- Herbstgrasmilben: winzige orange Punkte an Pfoten, Ohrrändern und Bauch
- Raubmilben (Cheyletiella): viele Schuppen am Rücken, die sich scheinbar bewegen
- Räudemilben (Kopfräude): sehr starker Juckreiz, Krusten an Kopf und Ohren, selten
- Haarbalgmilben (Demodex): kahle Stellen, bei Katzen selten
Ohrmilben: das häufigste Milbenproblem
Ohrmilben leben im Gehörgang und ernähren sich von Hautschuppen und Ohrenschmalz. Typisch ist ein dunkles, trockenes Sekret, das an Kaffeesatz erinnert. Die Katze kratzt sich an den Ohren, schüttelt oft den Kopf und hält manchmal ein Ohr schief.
Ohrmilben werden durch engen Kontakt übertragen, also beim gegenseitigen Putzen und Kuscheln. Hat eine Katze Ohrmilben, haben die anderen Tiere im Haushalt, auch Hunde und Kaninchen, sie sehr wahrscheinlich auch. Unbehandelt kann sich der Gehörgang entzünden.
Herbstgrasmilben: die orangen Pünktchen im Herbst
Herbstgrasmilben sind eigentlich nur die Larven einer Milbe, die im Gras und Boden lebt. Von Juli bis Oktober warten sie in Wiesen und Gärten und krabbeln auf vorbeistreifende Tiere. Bei Katzen sitzen sie gern zwischen den Zehen, an den Ohrrändern, am Bauch und unter den Achseln.
Die Larven saugen einige Tage und fallen dann ab. Der Juckreiz kann aber stark sein, und manche Katzen kratzen sich wund. Von Katze zu Katze werden sie nicht übertragen, die Ansteckung passiert immer draußen.
Symptome: So zeigen sich Milben bei der Katze
Fast alle Milben verursachen Juckreiz. Wo sich die Katze kratzt und wie die Haut aussieht, gibt einen ersten Hinweis. Weil Pilzinfektionen, Flöhe und Allergien sehr ähnlich aussehen können, ist ein Blick unter das Mikroskop in der Praxis wichtig.
Mach am besten Fotos von den betroffenen Stellen und vom Ohrenschmalz. Notiere auch, ob andere Tiere im Haushalt sich kratzen und ob du selbst juckende Stiche hast.
- Kopfschütteln und Kratzen an den Ohren
- dunkles, krümeliges Sekret im Ohr
- orange Pünktchen zwischen den Zehen
- viele Schuppen auf dem Rücken
- Krusten, kahle Stellen oder wund gekratzte Haut
- unruhiges Verhalten, ständiges Putzen und Knabbern
Das kannst du tun: Behandlung von Milben
Die Tierarztpraxis untersucht Ohrenschmalz oder Hautproben und gibt dir ein passendes Mittel, das für Katzen zugelassen ist. Viele moderne Präparate werden einfach in den Nacken getropft und wirken gegen mehrere Parasiten. Bei Ohrmilben wird das Ohr oft zusätzlich gereinigt.
Bitte nicht auf eigene Faust mit Ölen, Essig oder Hundemitteln behandeln. Ätherische Öle wie Teebaumöl sind für Katzen giftig, und manche Mittel für Hunde enthalten Permethrin, das für Katzen lebensgefährlich ist. Wattestäbchen gehören nicht in den Gehörgang.
- alle Tiere im Haushalt mitbehandeln lassen, besonders bei Ohr- und Raubmilben
- Decken, Körbchen und Kissen bei mindestens 60 Grad waschen
- Wohnung gründlich saugen
- die Behandlung so lange durchführen, wie die Praxis sagt, auch wenn es schon besser aussieht
- Kontrolltermin wahrnehmen
Sind Katzenmilben auf Menschen übertragbar?
Ohrmilben gehen kaum auf Menschen über. Raubmilben und Räudemilben können dagegen auch beim Menschen juckende rote Pünktchen machen, vor allem an Armen und Bauch, wo die Katze am Schoß liegt. Herbstgrasmilben holst du dir direkt im Garten, nicht von der Katze.
Auf Dauer überleben Katzenmilben auf menschlicher Haut nicht. Ist die Katze behandelt, verschwindet der Juckreiz bei dir meistens von selbst. Bei starken Beschwerden sprich mit deiner Hausärztin.
Vorbeugen: So bleibt deine Katze milbenfrei
Ein Blick in die Ohren beim Kuscheln oder Bürsten reicht oft, um Ohrmilben früh zu entdecken. Ein gesundes Katzenohr ist innen hellrosa und sauber, mit höchstens etwas hellem Schmalz. Neue Katzen sollten vor dem ersten Kontakt mit deinen Tieren durchgecheckt werden.
Gegen Herbstgrasmilben hilft im Spätsommer ein kurzer Pfoten-Check nach dem Freigang. Manche Parasitenmittel aus der Praxis wirken gleichzeitig gegen Flöhe und Milben, frag beim nächsten Termin danach.
Häufige Fragen
Wie sieht Ohrenschmalz bei Ohrmilben aus?
Typisch ist ein dunkelbraunes bis schwarzes, trockenes und krümeliges Sekret, das an Kaffeesatz erinnert. Gesundes Ohrenschmalz ist hell und nur in kleiner Menge da. Bei dunklem Sekret immer abklären lassen, auch Pilze und Bakterien können ähnlich aussehen.
Können Hunde Ohrmilben von der Katze bekommen?
Ja, Ohrmilben werden zwischen Katzen, Hunden und Frettchen übertragen. Deshalb werden alle Tiere im Haushalt gleichzeitig behandelt, auch wenn nur eines Beschwerden hat.
Gehen Milben bei der Katze von alleine weg?
Herbstgrasmilben fallen nach einigen Tagen von selbst ab, der Juckreiz kann aber bleiben. Ohr-, Raub- und Räudemilben verschwinden nicht von allein und breiten sich weiter aus. Sie brauchen eine Behandlung.
Kann eine Wohnungskatze Milben bekommen?
Ja, über andere Tiere im Haushalt, eine neue Katze oder Kontakt beim Tierarzt oder in der Tierpension. Herbstgrasmilben sind bei Wohnungskatzen dagegen selten, außer sie dürfen auf einen begrünten Balkon.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Wenn du unsicher bist, ruf deine Tierarztpraxis an.