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Würmer bei Katzen: Welche es gibt, Anzeichen und wie oft entwurmen

Gesundheit · aktualisiert November 2026

Katze Würmer: eine gesunde getigerte Katze sitzt auf dem Fensterbrett

Fast jede Katze hat im Laufe ihres Lebens einmal Würmer, auch reine Wohnungskatzen. Ein Befall ist meistens gut behandelbar, bleibt aber oft lange unbemerkt. Wie oft du entwurmen oder den Kot untersuchen lassen solltest, hängt vor allem davon ab, ob deine Katze nach draußen darf und Mäuse jagt.

Welche Würmer bei Katzen am häufigsten vorkommen

In Österreich und Bayern spielen vor allem zwei Gruppen eine Rolle: Spulwürmer und Bandwürmer. Spulwürmer sind die häufigsten Darmparasiten der Katze überhaupt und besonders für Kitten gefährlich. Bandwürmer bekommen Katzen meistens über Flöhe oder erbeutete Mäuse.

Daneben gibt es seltenere Arten, an die deine Tierarztpraxis denkt, wenn die Beschwerden nicht ganz ins Bild passen. Herzwürmer kommen bei uns praktisch nicht vor, können aber nach einem Urlaub mit der Katze in Südeuropa ein Thema werden.

  • Spulwürmer: lang, weiß, spaghettiartig, oft bei Kitten
  • Bandwürmer: abgehende Glieder wie Reiskörner am After oder im Kot
  • Hakenwürmer: selten, saugen Blut an der Darmwand
  • Lungenwürmer: über Schnecken und Mäuse, verursachen Husten
  • Giardien: kein Wurm, sondern ein Einzeller, aber ein häufiger Grund für Durchfall

Wie steckt sich eine Katze mit Würmern an?

Die meisten Wurmeier sind winzig und extrem widerstandsfähig. Sie überleben im Garten, in der Erde und an Schuhsohlen oft monatelang. So landen sie auch in einer Altbauwohnung im dritten Stock, ganz ohne Freigang. Freigänger, die Mäuse fressen, nehmen Wurmlarven außerdem direkt mit der Beute auf.

Kitten können sich schon über die Muttermilch mit Spulwürmern anstecken. Darum ist ein Kitten aus dem Bauernhof oder vom Privatwurf fast immer verwurmt, auch wenn man nichts sieht. Bandwürmer brauchen dagegen einen Zwischenwirt: Die Katze frisst beim Putzen einen infizierten Floh oder eine Maus.

  • Wurmeier aus der Umgebung, auch über Schuhe ins Haus getragen
  • erbeutete Mäuse und andere Kleintiere
  • Flöhe, die beim Putzen verschluckt werden
  • rohes Fleisch, wenn es nicht vorher tiefgefroren war
  • Muttermilch bei Kitten

Anzeichen: Woran du Würmer bei der Katze erkennst

Erwachsene, gesunde Katzen zeigen oft gar keine Symptome. Das ist das Tückische, denn sie scheiden trotzdem Wurmeier aus und stecken andere Tiere oder Menschen an. Ein leichter Befall fällt meistens erst bei einer Kotprobe auf.

Bei stärkerem Befall, bei Kitten und bei älteren Katzen sieht man dagegen eher Beschwerden. Manchmal sind die Würmer selbst im Kot, im Erbrochenen oder am Schlafplatz zu sehen.

  • Durchfall oder abwechselnd weicher und normaler Kot
  • Erbrechen, manchmal mit sichtbaren Würmern
  • aufgeblähter, runder Bauch bei Kitten
  • stumpfes, struppiges Fell
  • Gewichtsverlust trotz gutem Appetit
  • Rutschen mit dem Hinterteil über den Boden
  • Husten bei Lungenwürmern oder wandernden Spulwurmlarven

Wie oft solltest du deine Katze entwurmen?

Eine fixe Regel für alle Katzen gibt es nicht. Tierärzte richten sich heute nach dem Infektionsrisiko, wie es die europäische Fachgesellschaft für Parasiten bei Haustieren empfiehlt. Eine reine Wohnungskatze ohne Kontakt zu Beute braucht deutlich seltener eine Wurmkur als ein Freigänger am Land, der jede Woche eine Maus heimbringt.

Als grobe Orientierung gilt: Wohnungskatzen ein- bis zweimal im Jahr, Freigänger mindestens viermal im Jahr. Bei Freigängern, die regelmäßig jagen, oder in Haushalten mit Kleinkindern kann deine Tierarztpraxis auch häufiger raten. Kitten werden bereits ab einem Alter von etwa drei Wochen in kurzen Abständen behandelt.

  • Wohnungskatze ohne Beute: ca. 1 bis 2 Mal pro Jahr
  • Freigänger: mindestens 4 Mal pro Jahr
  • Freigänger mit viel Mäusejagd: nach Absprache öfter
  • Kitten: ab ca. 3 Wochen alle 2 Wochen, bis einige Wochen nach dem Absetzen
  • säugende Mutterkatze: gemeinsam mit den Kitten

Entwurmen oder lieber Kotprobe?

Viele Halterinnen fragen sich, ob man eine gesunde Katze wirklich regelmäßig mit einem Wurmmittel behandeln muss. Eine gute Alternative ist die Kotuntersuchung: Du sammelst über drei Tage kleine Kotproben und bringst sie in die Praxis. Nur wenn etwas gefunden wird, wird gezielt behandelt.

Wichtig zu wissen: Ein Wurmmittel wirkt nur gegen die Würmer, die gerade im Darm sitzen. Es schützt nicht vorbeugend für die nächsten Wochen. Und eine negative Kotprobe heißt nicht immer, dass die Katze wurmfrei ist, weil Eier und Bandwurmglieder nicht jeden Tag ausgeschieden werden. Welches Vorgehen zu deiner Katze passt, besprichst du am besten beim nächsten Impftermin.

Das kannst du tun, wenn deine Katze Würmer hat

Lass dir das passende Mittel in der Tierarztpraxis geben. Nicht jedes Präparat wirkt gegen jede Wurmart, und das Gewicht der Katze bestimmt die Menge. Mittel aus dem Internet ohne Beratung sind oft falsch dosiert oder wirken gegen die falschen Würmer.

Leben mehrere Tiere im Haushalt, werden in der Regel alle gleichzeitig behandelt. Bei Bandwürmern gehört eine Flohbehandlung dazu, sonst steckt sich die Katze sofort wieder an.

  • Katzenklo in den Tagen nach der Wurmkur täglich gründlich reinigen
  • Hände nach dem Klosäubern und nach der Gartenarbeit waschen
  • Decken und Schlafplätze heiß waschen
  • Sandkasten abdecken, damit Katzen ihn nicht als Klo benutzen
  • nie Wurmmittel für Hunde verwenden

Vorbeugen: So hältst du Würmer klein

Ganz verhindern lässt sich ein Wurmbefall bei Freigängern nicht. Du kannst das Risiko aber deutlich senken. Am wichtigsten sind ein konsequenter Flohschutz, ein sauberes Katzenklo und rohes Fleisch nur, wenn es vorher ausreichend tiefgefroren war.

Wenn du die Termine für Wurmkur oder Kotprobe gleich mit den Impfungen und dem jährlichen Check kombinierst, vergisst du nichts. Ein Eintrag im Handykalender reicht oft schon.

Häufige Fragen

Können Würmer von der Katze auf Menschen übergehen?

Ja, manche schon. Vor allem Spulwürmer und der seltene Fuchsbandwurm sind für Menschen relevant, besonders für Kinder. Mit Händewaschen, einem sauberen Katzenklo und regelmäßiger Entwurmung oder Kotkontrolle ist das Risiko gering.

Muss eine Wohnungskatze überhaupt entwurmt werden?

Ja, aber seltener als ein Freigänger. Wurmeier kommen über Schuhe, Kleidung oder andere Tiere ins Haus. Ein- bis zweimal im Jahr eine Wurmkur oder eine Kotprobe reicht bei den meisten Wohnungskatzen.

Wie lange dauert es, bis eine Wurmkur wirkt?

Die meisten Mittel wirken innerhalb von ein bis zwei Tagen. Es kann sein, dass du danach tote Würmer im Kot siehst. Bei starkem Befall, vor allem bei Kitten, ist oft eine zweite Behandlung nach einigen Wochen nötig.

Helfen Hausmittel wie Karotten oder Kürbiskerne gegen Würmer?

Nein, eine verlässliche Wirkung ist nicht belegt. Wer auf Hausmittel setzt, verlängert nur den Befall und das Ansteckungsrisiko für andere. Verwende ein Mittel aus der Tierarztpraxis.

Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Wenn du unsicher bist, ruf deine Tierarztpraxis an.

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