Katze kaufen: Wo du seriös zu deiner Katze kommst und woran du Vermehrer erkennst
Haltung · aktualisiert November 2026
Die besten Wege zu einer Katze sind das Tierheim, ein Tierschutzverein oder ein seriöser Züchter, der einem Zuchtverein angehört und dir Papiere, Impfpass und Kaufvertrag mitgibt. Finger weg von Billig-Inseraten, Übergaben auf Parkplätzen und Kitten, die schon mit acht Wochen „sofort abholbereit“ sind. Dahinter stecken oft Vermehrer, und die Folgekosten beim Tierarzt sind dann hoch.
Bevor du suchst: Passt eine Katze gerade in dein Leben?
Eine Katze wird gut und gern 15 Jahre alt, manche deutlich älter. Sie braucht täglich Zeit, Beschäftigung, ein sauberes Klo und im Krankheitsfall Geld für den Tierarzt. Kläre deshalb vorher, ob deine Vermieterin oder dein Vermieter einverstanden ist und wer sich um die Katze kümmert, wenn du auf Urlaub bist.
Überlege auch, ob es eine oder zwei werden sollen. Reine Wohnungskatzen sind zu zweit meist zufriedener, vor allem wenn du tagsüber arbeitest. Zwei Geschwister aus dem gleichen Wurf oder ein bereits eingespieltes Paar aus dem Tierheim sind dafür ideal.
- Wohnung katzensicher? (Fenster, Balkon, giftige Pflanzen)
- Allergie in der Familie abgeklärt?
- Betreuung für Urlaub und Krankheit organisiert?
- monatliches Budget für Futter, Streu und Tierarzt eingeplant?
Tierheim und Tierschutzverein: die erste Adresse
In österreichischen Tierheimen warten das ganze Jahr über Katzen jeden Alters, im Frühling und Sommer besonders viele Kitten. Der große Vorteil: Die Tiere sind tierärztlich untersucht, meist geimpft, gechippt und bei erwachsenen Katzen bereits kastriert. Außerdem kennen die Pflegerinnen den Charakter und können dir ehrlich sagen, ob die Katze zu Kindern, einem Hund oder einer reinen Wohnungshaltung passt.
Rechne mit einem Vorgespräch, manchmal mit einer Vorkontrolle und einem Schutzvertrag. Das ist kein Misstrauen, sondern Schutz für die Katze. Die Schutzgebühr liegt je nach Verein bei ca. 100 bis 250 Euro und deckt oft nicht einmal die Tierarztkosten, die das Tierheim schon hatte.
Übrigens: Auch Rassekatzen landen im Tierheim oder bei spezialisierten Rasse-Nothilfen. Wer eine bestimmte Rasse sucht, sollte dort zuerst nachfragen.
Katze vom Züchter: so sieht seriös aus
Wenn es eine bestimmte Rasse sein soll, ist ein seriöser Züchter der richtige Weg. Seriös heißt: Die Zucht ist bei der Behörde gemeldet, der Züchter gehört einem Zuchtverein mit Dachverband an (zum Beispiel FIFe, WCF oder TICA), und die Elterntiere sind auf die typischen Erbkrankheiten ihrer Rasse untersucht.
Ein guter Züchter hat wenige Würfe im Jahr, lässt dich die Mutterkatze sehen und stellt dir mindestens so viele Fragen wie du ihm. Er gibt Kitten frühestens mit etwa zwölf Wochen ab, und zwar entwurmt, mehrfach geimpft, gechippt, registriert und mit Stammbaum. Rassekatzen mit Papieren kosten je nach Rasse und Linie oft ca. 1.000 Euro und mehr. Das klingt viel, ist aber ehrlicher kalkuliert als jedes Schnäppchen.
Online-Inserate und Vermehrer: die typischen Warnzeichen
In Österreich ist das öffentliche Feilbieten von Tieren grundsätzlich verboten. Im Internet dürfen Katzen im Wesentlichen nur von gemeldeten Züchtern, Tierheimen und Tierschutzvereinen angeboten werden, für Privatpersonen gibt es nur enge Ausnahmen. Die genauen Regeln wurden in den letzten Jahren mehrmals angepasst, im Zweifel gibt dir die Bezirkshauptmannschaft oder der Magistrat Auskunft.
Trotzdem tauchen auf Kleinanzeigenseiten und in sozialen Netzwerken laufend Kitten auf, oft „Maine Coon ohne Papiere“ oder „BKH-Babys“ zum Kampfpreis. Viele davon stammen von Vermehrern, die Katzen als Ware produzieren. Die Kitten sind häufig zu jung, nicht geimpft, voller Würmer oder Giardien und kaum an Menschen gewöhnt.
- Übergabe auf dem Parkplatz, an der Autobahnraststätte oder „wir bringen sie vorbei“
- Mutterkatze ist „gerade beim Tierarzt“ oder nicht zu sehen
- mehrere Rassen gleichzeitig, ständig neue Würfe
- Kitten jünger als zwölf Wochen, „sofort abholbereit“
- Impfpass fehlt, ist ausländisch und lückenhaft oder wirkt neu ausgefüllt
- Druck: „heute noch, sonst ist er weg“, Anzahlung vorab per Überweisung
Was im Kaufvertrag stehen sollte
Egal ob Tierheim, Züchter oder privat: Lass dir die Übergabe schriftlich bestätigen. Ein guter Vertrag schützt dich und die Katze, und ein seriöser Abgeber hat damit kein Problem.
Nimm zur Übergabe eine stabile Transportbox mit und lass dir alle Unterlagen im Original geben. Die Chipnummer sollte mit dem Impfpass übereinstimmen.
- Name und Adresse von Abgeber und Käufer
- Geburtsdatum, Geschlecht, Farbe, Chipnummer der Katze
- Impfungen, Entwurmungen, bekannte Erkrankungen
- Kaufpreis oder Schutzgebühr
- Kastrationsvereinbarung, falls die Katze nicht zur Zucht gekauft wird
- Rücknahme- oder Vorkaufsrecht für den Fall, dass du sie abgeben musst
Was du vor dem Einzug besorgen solltest
Wenn die Katze da ist, soll alles bereitstehen. Am ersten Abend noch schnell ein Klo zu suchen, ist für dich Stress und für die Katze ein schlechter Start. Plane die Grundausstattung deshalb ein paar Tage vorher ein.
Sichere vor allem Fenster und Balkon. Gekippte Fenster sind für Katzen eine echte Gefahr, weil sie sich beim Durchschlüpfen einklemmen können. Ein Katzennetz am Balkon und Kippfenstergitter sind kleine Investitionen, die Leben retten.
- Katzenklo (bei mehreren Katzen: eins pro Katze plus eins) und Streu
- Futter- und Wassernäpfe, das gewohnte Futter für die ersten Wochen
- Kratzbaum oder Kratzbretter, damit das Sofa verschont bleibt
- Versteck und Schlafplatz, etwa eine Höhle oder ein Karton mit Decke
- Spielzeug zum Jagen, zum Beispiel eine Federangel
- Termin bei der Tierarztpraxis für den ersten Check
Die ersten Tage nach dem Kauf
Bring deine neue Katze in den ersten Tagen zur Tierärztin oder zum Tierarzt ums Eck, auch wenn sie gesund wirkt. So hast du einen unabhängigen Gesundheitscheck und kannst Probleme früh klären. Ändere die Registrierung in der Heimtierdatenbank auf deinen Namen.
Gib ihr am Anfang ein ruhiges Zimmer mit Klo, Wasser, Futter und einem Versteck. Viele Katzen verkriechen sich die ersten Tage, das ist normal. Behalte zu Beginn das Futter bei, das sie gewohnt ist, und stell erst nach ein bis zwei Wochen langsam um.
Häufige Fragen
Wie viel kostet eine Katze im Monat?
Für Futter, Streu und Rücklagen für den Tierarzt solltest du mit grob ca. 50 bis 100 Euro im Monat rechnen, je nach Futterqualität. Dazu kommen Impfungen, Kastration und unerwartete Tierarztkosten. Tierärzte rechnen in Österreich nach eigenem Tarif ab, die Preise unterscheiden sich daher.
Ab welchem Alter sollte ein Kitten ausziehen?
Empfehlenswert ist frühestens ein Alter von etwa zwölf Wochen. Bis dahin lernt das Kitten von Mutter und Geschwistern wichtige Sozialregeln und hat die Grundimpfung bekommen. Kitten, die zu früh abgegeben werden, haben häufiger Verhaltensprobleme.
Ist eine Katze ohne Papiere schlechter?
Eine Hauskatze ohne Papiere ist eine wunderbare Katze. Problematisch ist nur, wenn ein Rassepreis für eine „Rassekatze ohne Papiere“ verlangt wird. Ohne Stammbaum gibt es keinen Nachweis über Abstammung und Gesundheitstests der Eltern.
Darf ich als Privatperson eine Katze im Internet suchen und kaufen?
Suchen darfst du natürlich. Das Problem liegt beim Anbieten: Viele private Online-Inserate für Katzen sind in Österreich nicht erlaubt. Seriöse Inserate stammen von Tierheimen, Tierschutzvereinen oder gemeldeten Züchtern, die ihre Meldung auch angeben.