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Katze verkaufen oder abgeben: So vermittelst du verantwortungsvoll

Haltung · aktualisiert November 2026

Katze verkaufen: Übergabe einer Katze an eine neue Familie im Wohnzimmer

Wer eine Katze verkaufen oder abgeben muss, sollte nicht auf schnelles Geld, sondern auf das richtige Zuhause schauen. In Österreich dürfen Privatpersonen Katzen im Internet nur sehr eingeschränkt anbieten, deshalb sind Tierheime und Tierschutzvereine oft der beste Weg. Wenn du selbst vermittelst, gehören ein ehrliches Kennenlernen und ein Schutzvertrag unbedingt dazu.

Erst durchatmen: Muss die Katze wirklich weg?

Viele Abgaben passieren aus Not: ein Umzug, ein Baby, eine Allergie, Unsauberkeit oder Streit mit der Zweitkatze. Manches davon lässt sich lösen. Eine Allergie kann ärztlich abgeklärt werden, Unsauberkeit hat oft eine medizinische Ursache, und bei Katzenstreit helfen Tierärzte mit Verhaltensschwerpunkt.

Gib dir und der Katze ein paar Wochen, bevor du entscheidest. Wenn es dann trotzdem nicht geht, ist eine gut geplante Abgabe besser als ein schlechtes Leben zu zweit. Du musst dich dafür nicht schämen.

Was in Österreich erlaubt ist

Das Tierschutzgesetz verbietet grundsätzlich das öffentliche Feilbieten von Tieren. Im Internet dürfen Katzen im Wesentlichen nur gemeldete Züchter, Tierheime und Tierschutzvereine anbieten, für Privatpersonen gibt es nur enge Ausnahmen. Diese Regeln wurden mehrmals angepasst, deshalb lohnt sich vor einem Inserat eine kurze Nachfrage bei der Bezirkshauptmannschaft oder beim Magistrat.

Wer regelmäßig Katzen vermehrt, muss die Zucht außerdem behördlich melden. Zuchtkatzen müssen gechippt und in der Heimtierdatenbank registriert sein, und Katzen mit Freigang müssen kastriert werden, wenn sie nicht zur gemeldeten Zucht gehören. Ein „Ups-Wurf“ von der eigenen Freigängerin ist also nicht nur ein Vermittlungs-, sondern auch ein Rechtsthema.

Der einfachste Weg: über Tierheim oder Tierschutzverein

Tierheime und Tierschutzvereine haben Erfahrung, eine Warteliste von Interessenten und eigene Vermittlungsseiten. Viele nehmen Katzen nicht sofort auf, vermitteln aber direkt aus deinem Zuhause, damit die Katze nicht ins Heim muss. Frag ruhig nach, welche Möglichkeiten es in deiner Gegend gibt.

Hast du eine Rassekatze, gibt es oft rassespezifische Nothilfen. Der Züchter, von dem die Katze stammt, sollte ohnehin dein erster Anruf sein: Seriöse Züchter haben meist ein Rücknahmerecht im Vertrag und helfen gern.

Selbst vermitteln: so findest du das richtige Zuhause

Beschreib deine Katze ehrlich, auch mit ihren Macken. Wer weiß, dass sie keine Kinder mag oder nachts gern Socken jagt, kann besser einschätzen, ob es passt. Ehrlichkeit verhindert, dass die Katze nach drei Wochen wieder zurückkommt.

Lerne Interessenten persönlich kennen, am besten bei ihnen zu Hause. Eine Vorkontrolle klingt streng, zeigt dir aber schnell, ob Fenster gesichert sind, ob es Platz gibt und wie die Menschen mit der Katze umgehen.

  • Warum wollen sie eine Katze, und warum genau diese?
  • Wohnung oder Freigang, Fenster und Balkon gesichert?
  • Wer kümmert sich im Urlaub?
  • Gibt es andere Tiere oder kleine Kinder?
  • Ist ein Budget für Tierarztkosten da?

Der Schutzvertrag: was hineingehört

Ein Schutzvertrag regelt, wie die Katze im neuen Zuhause leben soll, und schützt sie vor dem Weiterverkauf. Vorlagen bekommst du bei vielen Tierschutzvereinen. Er ist kein Freibrief für Kontrolle, aber ein klares Zeichen, dass dir die Katze nicht egal ist.

Verlang eine angemessene Schutzgebühr, statt die Katze zu verschenken. „Gratis abzugeben“ zieht leider auch Menschen an, die Tiere weiterverkaufen, vermehren oder schlecht halten. Die Gebühr darf ruhig in der Größenordnung liegen, die du für Impfung und Kastration ausgegeben hast.

  • Daten der Katze inklusive Chipnummer
  • Verpflichtung zur Kastration, falls noch nicht erfolgt
  • artgerechte Haltung, bei Wohnungskatzen gesicherte Fenster und Balkon
  • kein Weiterverkauf, keine Weitergabe ohne Rücksprache
  • Rücknahmerecht, falls es im neuen Zuhause nicht klappt
  • Erlaubnis für eine Nachkontrolle nach einigen Wochen

Die Übergabe gut vorbereiten

Gib alles mit, was der Katze den Umzug leichter macht: Impfpass, Tierarztbefunde, ein paar Tage Futter, das gewohnte Streu und eine Decke, die nach Zuhause riecht. Schreib eine kurze Liste mit Gewohnheiten, Lieblingsspielen und Fütterungszeiten.

Melde die Katze in der Heimtierdatenbank ab bzw. sorge dafür, dass die neuen Halter sie auf sich umregistrieren. Und dann: Lass los. Ein kurzes Foto nach ein paar Wochen ist schön, ständiges Nachfragen setzt die neue Familie aber unter Druck.

Wenn sich niemand meldet

Manchmal dauert die Suche länger, vor allem bei älteren oder kranken Katzen. Lass dich davon nicht zu einer schnellen Lösung drängen. Eine Katze einfach auszusetzen oder an der Tür eines Tierheims abzustellen, ist in Österreich verboten und für das Tier lebensgefährlich.

Hilfreich sind gute Fotos bei Tageslicht, ein ehrlicher, liebevoller Text und ein bisschen Geduld. Bitte auch Tierarztpraxis, Freundeskreis und Nachbarschaft um Hilfe, viele gute Plätze entstehen über persönliche Empfehlungen. Und frag beim Tierschutzverein, ob die Katze auf eine Pflegestelle oder auf die Vermittlungsseite kommen kann.

Kitten vermitteln: nicht zu früh

Kitten sollten frühestens mit etwa zwölf Wochen ausziehen, entwurmt und grundimmunisiert. Bis dahin lernen sie bei Mutter und Geschwistern, wie man spielt, ohne zu verletzen, und wie man sich als Katze benimmt. Zu früh getrennte Kitten beißen und kratzen später oft mehr.

Und das Wichtigste danach: Lass die Mutterkatze kastrieren. So bleibt es bei einem Wurf, und du musst dir diese Gedanken nicht jedes Jahr wieder machen.

Häufige Fragen

Darf ich meine Katze auf willhaben oder Facebook anbieten?

Für Privatpersonen ist das öffentliche Anbieten von Tieren im Internet in Österreich stark eingeschränkt. Informiere dich vorher bei der Bezirksverwaltungsbehörde, was in deinem Fall erlaubt ist. Einfacher und rechtlich sicher ist die Vermittlung über einen Tierschutzverein.

Wie viel Geld kann ich für meine Katze verlangen?

Bei Hauskatzen geht es nicht um einen Verkaufspreis, sondern um eine Schutzgebühr. Sie soll unseriöse Interessenten abschrecken und deckt im Idealfall einen Teil der Kosten für Impfung, Chip und Kastration. Bei Rassekatzen mit Papieren gelten die Preise der Zuchtvereine.

Nimmt das Tierheim meine Katze sofort?

Nicht immer. Viele Tierheime sind voll und haben Wartelisten, besonders in der Kittensaison. Ruf früh an, manche vermitteln auch direkt aus deinem Zuhause oder nennen dir Pflegestellen.

Was mache ich, wenn das neue Zuhause nicht passt?

Genau dafür ist das Rücknahmerecht im Schutzvertrag da. Vereinbare es schriftlich, dann kommt die Katze im Ernstfall zu dir oder zum Verein zurück und wird nicht einfach weitergereicht.

Für Katzenleit mit Schmäh

Des, wos si dei Katz eh denkt. Als Leiberl, Hoodie oder Pulli.

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