Katzenkrankheiten: Die häufigsten Erkrankungen und ihre Warnzeichen
Gesundheit · aktualisiert November 2026
Die häufigsten Katzenkrankheiten sind Infektionen wie Katzenschnupfen, Parasiten, Zahnerkrankungen, Harnwegsprobleme und bei älteren Katzen Nierenschwäche, Schilddrüsenüberfunktion und Diabetes. Viele davon zeigen sich anfangs nur durch kleine Veränderungen im Verhalten, weil Katzen Schmerzen gut verstecken. Wer die Warnzeichen kennt und Vorsorge ernst nimmt, erkennt Probleme früh, wenn sie noch gut behandelbar sind.
Warum Katzen Krankheiten so gut verstecken
In der Natur ist eine schwache Katze leichte Beute. Darum zeigen Katzen Schmerzen und Unwohlsein oft erst, wenn es nicht mehr anders geht. Für dich heißt das: Kleine Veränderungen ernst nehmen, auch wenn die Katze noch frisst und schnurrt.
Schnurren ist übrigens kein sicheres Zeichen für Wohlbefinden. Katzen schnurren auch, wenn sie Schmerzen haben oder sich beruhigen wollen.
- frisst weniger, langsamer oder wählerischer
- trinkt deutlich mehr oder weniger
- geht öfter aufs Klo oder macht daneben
- versteckt sich, ist weniger verschmust oder gereizt
- springt nicht mehr auf gewohnte Plätze
- putzt sich weniger oder übermäßig
- nimmt ab oder zu
Infektionskrankheiten: wogegen Impfungen schützen
Katzenschnupfen und Katzenseuche sind die wichtigsten Infektionskrankheiten, gegen die jede Katze geimpft werden sollte, auch Wohnungskatzen. Katzenschnupfen verursacht Niesen, Augen- und Nasenausfluss und kann bei Kitten schwer verlaufen. Die Katzenseuche ist eine hochansteckende Viruserkrankung mit schwerem Durchfall und Erbrechen, die für ungeimpfte Kitten oft tödlich ist.
Für Freigänger kommen weitere Erreger dazu. Die Leukose wird über Speichel übertragen, gegen sie gibt es eine Impfung. Gegen das Katzenaids-Virus FIV, das vor allem bei Revierkämpfen über Bisse übertragen wird, gibt es bei uns keine Impfung. FIP entsteht aus einem an sich harmlosen Coronavirus und ist inzwischen in vielen Fällen behandelbar, was lange als unmöglich galt.
- Katzenschnupfen: Niesen, tränende Augen, Fieber
- Katzenseuche: hohes Fieber, Erbrechen, blutiger Durchfall
- Leukose (FeLV): Abwehrschwäche, Blutarmut, Tumore
- Katzenaids (FIV): wiederkehrende Infekte, Zahnfleischentzündungen
- FIP: Fieber, Bauchwasser, Abmagerung, oft bei jungen Katzen
Parasiten und Hautprobleme
Würmer, Flöhe, Milben und Giardien gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen überhaupt. Sie sind selten gefährlich, wenn man sie behandelt, können aber bei Kitten und alten Katzen ernste Folgen haben. Manche sind außerdem auf Menschen übertragbar.
Hautprobleme wie Juckreiz, Schuppen oder kahle Stellen haben oft Parasiten oder Allergien als Ursache. Auch ein Hautpilz kommt bei Katzen vor und steckt Menschen leicht an. Regelmäßiges Bürsten hilft dir, Veränderungen früh zu bemerken.
Harnwege und Nieren: Hier wird es schnell ernst
Probleme beim Harnlassen sind bei Katzen häufig. Hinter häufigem Klogang mit kleinen Mengen, Blut im Harn oder Pinkeln außerhalb des Klos stecken oft eine Blasenentzündung ohne Bakterien, Harngrieß oder Blasensteine. Stress spielt bei Blasenentzündungen eine große Rolle.
Bei Katern kann die Harnröhre verstopfen. Dann sitzt der Kater immer wieder im Klo, presst und es kommt nichts. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofort behandelt werden muss. Bei älteren Katzen ist die chronische Niereninsuffizienz eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt.
Typische Erkrankungen älterer Katzen
Katzen werden heute oft 15 Jahre und älter. Ab etwa zehn Jahren treten bestimmte Krankheiten gehäuft auf. Viele davon lassen sich mit einer Blutuntersuchung früh erkennen und gut behandeln, bevor sie Beschwerden machen.
Häufig unterschätzt wird Arthrose. Eine Katze, die nicht mehr aufs Fensterbrett springt, ist meist nicht faul, sondern hat Schmerzen. Auch Zahnerkrankungen sind bei Senioren sehr verbreitet und schmerzhaft.
- chronische Niereninsuffizienz: viel Durst, Gewichtsverlust
- Schilddrüsenüberfunktion: Heißhunger, Abmagerung, Unruhe
- Diabetes: viel Durst, viel Harn, oft bei übergewichtigen Katzen
- Herzerkrankungen wie HCM: lange unauffällig, später Atemnot
- Arthrose: steifer Gang, weniger Springen
- Zahnerkrankungen: Mundgeruch, vorsichtiges Fressen
- Bluthochdruck: kann plötzlich zur Erblindung führen
Das kannst du tun: Vorsorge, die wirklich etwas bringt
Viele Katzenkrankheiten lassen sich verhindern oder früh entdecken. Die Grundlage ist ein jährlicher Gesundheitscheck in der Tierarztpraxis, bei dem auch geimpft, entwurmt und das Gewicht kontrolliert wird. Bei Senioren gehören Blutbild, Harnprobe und Blutdruck dazu.
Zu Hause helfen dir einfache Routinen. Wer seine Katze regelmäßig wiegt, ihre Zähne anschaut und sie bürstet, merkt Veränderungen viel früher. Gib ihr niemals Medikamente für Menschen, Paracetamol und Ibuprofen sind für Katzen giftig.
- Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche, bei Freigängern nach Risiko mehr
- Entwurmung oder Kotprobe passend zum Lebensstil
- Flohschutz für Freigänger
- Kastration, bei Freigängern in Österreich Pflicht
- jährlicher Check, ab etwa zehn Jahren halbjährlich
- Normalgewicht halten, Nassfutter und Wasser an mehreren Stellen
- Lilien und giftige Pflanzen aus der Wohnung verbannen
Häufige Fragen
Woran merke ich, dass meine Katze Schmerzen hat?
Typisch sind Rückzug, weniger Fressen, weniger Springen, ein angespannter Gesichtsausdruck mit zusammengekniffenen Augen und ungepflegtes Fell. Manche Katzen werden auch gereizt, wenn man sie anfasst. Solche Veränderungen solltest du abklären lassen.
Welche Katzenkrankheiten sind auf Menschen übertragbar?
Vor allem Hautpilz, manche Würmer, Flöhe, einige Milben und Toxoplasmose. Mit Hygiene, Entwurmung und Parasitenschutz ist das Risiko gering. Katzenschnupfen, Katzenseuche, FIV und Leukose sind für Menschen nicht ansteckend.
Wie oft sollte eine gesunde Katze zum Tierarzt?
Einmal im Jahr zum Gesundheitscheck, der oft mit der Impfung verbunden wird. Ab etwa zehn Jahren ist ein Check alle sechs Monate sinnvoll, weil sich Alterskrankheiten dann schneller entwickeln.
Gibt es in Österreich einen Tiernotdienst?
Ja, in den Städten gibt es Tierkliniken mit Notdienst rund um die Uhr, am Land oft wechselnde Bereitschaftsdienste. Speichere dir die Nummer deiner Praxis und des nächsten Notdienstes im Handy, bevor du sie brauchst.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Wenn du unsicher bist, ruf deine Tierarztpraxis an.