Katzenpfote: Aufbau, erstaunliche Fakten und die richtige Pfotenpflege
Pflege · aktualisiert November 2026
Eine Katzenpfote ist ein kleines Wunderwerk: weiche Ballen zum lautlosen Anschleichen, einziehbare Krallen, Duftdrüsen und Tausende Nervenenden zum Tasten. Gesunde Pfoten brauchen meist wenig Pflege, ein kurzer Blick nach dem Freigang und im Winter etwas Schutz vor Streusalz reichen. Humpelt deine Katze, blutet ein Ballen stark oder ist die Pfote geschwollen, gehört sie zum Tierarzt.
So ist eine Katzenpfote aufgebaut
Die meisten Katzen haben vorne fünf und hinten vier Zehen, zusammen also 18. Die fünfte Zehe vorne sitzt etwas höher an der Innenseite, ähnlich einem Daumen, und berührt beim Gehen nicht den Boden. Dazu kommen pro Pfote die Zehenballen und ein großer Hauptballen, vorne zusätzlich ein kleiner Ballen am Handgelenk.
Katzen sind Zehengänger. Sie laufen also nur auf den Zehen, die Ferse steht hoch in der Luft. Das macht sie schnell, wendig und leise. Die Krallen liegen im Ruhezustand in einer Hauttasche und fahren über Sehnen erst aus, wenn die Katze klettert, kratzt oder zupackt.
- vorne fünf Zehen, hinten vier
- Daumenkralle an der Innenseite der Vorderpfote
- einziehbare Krallen in einer schützenden Hauttasche
- dick gepolsterte Ballen mit vielen Nervenenden
- Haare zwischen den Zehen, besonders bei Langhaarkatzen
Erstaunliche Fakten rund um die Samtpfote
Die Ballen sind nicht nur Stoßdämpfer, sondern auch Sinnesorgan. Katzen spüren damit feinste Vibrationen und prüfen, ob der Untergrund sicher ist. Manche Katzen tippen Wasser oder Futter erst mit der Pfote an, bevor sie es probieren.
Zwischen den Ballen sitzen Duftdrüsen. Beim Kratzen markiert die Katze damit ihr Revier, und auch beim Milchtritt auf deinem Bauch hinterlässt sie ihren Duft. Katzen schwitzen außerdem fast nur über die Pfoten. Feuchte Pfotenabdrücke auf dem Behandlungstisch beim Tierarzt sind also ein Zeichen von Aufregung.
- die Farbe der Ballen passt oft zur Fellfarbe, bei Glückskatzen sind sie gern gefleckt
- manche Katzen haben mehr Zehen als üblich, man nennt sie polydaktyl
- der Milchtritt stammt aus der Kittenzeit und zeigt Wohlbefinden
- viele Katzen haben eine Lieblingspfote, ähnlich wie Rechts- oder Linkshänder
Pfotenpflege im Alltag
Gesunde Pfoten pflegt die Katze selbst. Trotzdem lohnt sich ein kurzer Blick, etwa einmal pro Woche beim Kuscheln, bei Freigängern öfter. Gewöhne deine Katze schon früh daran, dass du ihre Pfoten anfasst, das erleichtert später das Krallenschneiden und den Tierarztbesuch.
Bei Langhaarkatzen wachsen zwischen den Ballen oft lange Haare. Dort verfangen sich Katzenstreu, Kletten oder Kot, und die Katze rutscht auf glatten Böden leichter aus. Du kannst diese Haare vorsichtig mit einer kleinen, abgerundeten Schere auf Ballenhöhe kürzen. Schneide nie in die Haut zwischen den Zehen.
- Ballen auf Risse, Schnitte und Fremdkörper prüfen
- Zehenzwischenräume auf Kletten, Grannen und Streureste kontrollieren
- Krallen anschauen, vor allem die Daumenkralle
- lange Haare zwischen den Ballen bei Bedarf kürzen
- auf Schwellungen, Wärme oder Geruch achten
Pfoten im Winter: Streusalz, Splitt und Kälte
Für Freigänger in der Stadt ist der Winter eine echte Herausforderung für die Pfoten. Streusalz trocknet die Ballen aus, kann sie rissig machen und brennt in kleinen Wunden. Schlimmer noch: Die Katze leckt sich die Pfoten sauber und nimmt dabei Salz und manchmal auch Frostschutzmittel von Gehsteigen und Garagen auf. Frostschutzmittel ist für Katzen schon in kleinen Mengen lebensgefährlich.
Wisch deinem Freigänger deshalb im Winter nach jedem Ausflug die Pfoten mit einem feuchten Tuch und lauwarmem Wasser ab und trockne sie gut. Spezielle Pfotenbalsame für Tiere können rissige Ballen pflegen, sie sollten aber unbedenklich zum Ablecken sein. Ätherische Öle haben darin nichts verloren.
Verletzte Pfote: was jetzt zu tun ist
Ballen sind stark durchblutet. Selbst ein kleiner Schnitt durch eine Glasscherbe kann deshalb heftig bluten und dramatisch aussehen. Drück ein sauberes Tuch oder eine Kompresse einige Minuten auf die Wunde und bring deine Katze dann zum Tierarzt. Schnittwunden am Ballen müssen oft genäht werden, und sie heilen nur gut, wenn sie früh versorgt werden.
Humpelt deine Katze, ohne dass du eine Wunde siehst, kann ein Fremdkörper, eine eingewachsene Kralle oder ein Biss dahinterstecken. Bissverletzungen nach Raufereien sind tückisch: Die kleinen Einstiche schließen sich schnell, darunter entwickelt sich aber oft innerhalb von ein bis zwei Tagen ein schmerzhafter Abszess. Auch Insektenstiche lassen Pfoten schnell anschwellen.
- Blutung mit sanftem Druck stillen
- keine Salben oder Desinfektionsmittel für Menschen verwenden
- Fremdkörper, der tief steckt, nicht selbst herausziehen
- Katze ruhig in die Transportbox setzen und zum Tierarzt
- Humpeln länger als einen Tag immer abklären lassen
Gesunde Pfoten zu Hause: Böden, Kratzbäume, Katzenklo
Auch die Wohnung beeinflusst die Pfotengesundheit. Ein stabiler Kratzbaum mit Sisal und ein paar Kratzbretter an verschiedenen Stellen helfen, die Krallen natürlich abzunutzen. Auf sehr glatten Böden rutschen vor allem ältere Katzen leicht aus, ein paar Teppichläufer an Lieblingswegen geben Halt.
Achte beim Katzenklo auf eine Streu, die nicht an den Pfoten klebt oder stark staubt, und halte die Toilette sauber. Und bei Reinigungsmitteln gilt: Was auf dem Boden landet, landet über die Pfoten auch im Katzenmaul. Wische nach dem Putzen mit klarem Wasser nach, wenn du scharfe Mittel verwendet hast.
Häufige Fragen
Wie viele Zehen hat eine Katze?
Meist 18: fünf an jeder Vorderpfote und vier an jeder Hinterpfote. Polydaktyle Katzen haben mehr, oft sechs oder sieben Zehen an einer Pfote. Das ist eine harmlose genetische Besonderheit, solange die Krallen richtig wachsen.
Warum mag meine Katze nicht an den Pfoten angefasst werden?
Die Pfoten sind voller Nervenenden und für die Katze ein wichtiges Werkzeug. Viele mögen es deshalb nicht, wenn man sie festhält. Mit kurzen, positiven Berührungen und Leckerli kannst du sie langsam daran gewöhnen.
Darf ich die Ballen meiner Katze eincremen?
Nur mit einem Pfotenbalsam für Tiere, der beim Ablecken unbedenklich ist. Handcreme für Menschen enthält oft Duftstoffe und Zusätze, die nicht in den Katzenmagen gehören. Gesunde Ballen brauchen in der Regel keine Creme.
Warum macht meine Katze den Milchtritt?
Das Treteln stammt aus der Zeit, in der Kitten mit den Pfoten den Milchfluss bei der Mutter anregen. Erwachsene Katzen zeigen es, wenn sie sich sicher und wohlfühlen, und verteilen dabei ihren Duft. Es ist also ein großes Kompliment.