Kleine Katzenrassen: Zierliche Katzen mit großem Charakter
Katzenrassen · aktualisiert November 2026
Die kleinste anerkannte Katzenrasse ist die Singapura, sie wiegt meist nur zwei bis drei Kilo. Auch Devon Rex, Cornish Rex und Korat bleiben zierlich. Klein heißt dabei nicht ruhig: Die meisten dieser Rassen sind besonders aktiv, neugierig und menschenbezogen. Rassen mit künstlich verkürzten Beinen wie die Munchkin solltest du dagegen meiden.
Herkunft: kleine Rassen aus aller Welt
Die Singapura stammt, wie der Name sagt, aus Singapur und wurde in den 1970er-Jahren in den USA als Rasse aufgebaut. Devon Rex und Cornish Rex entstanden in England durch natürliche Mutationen, die ein lockiges Fell bewirken. Die Korat ist eine alte Rasse aus Thailand und gilt dort als Glücksbringer.
Auch viele Hauskatzen sind übrigens klein und zierlich. Gerade Kätzinnen bleiben oft bei drei bis vier Kilo, ganz ohne Rasse.
Aussehen: die kleinen Rassen im Überblick
Kleine Rassen wirken oft größer, als sie sind, weil sie große Ohren und Augen haben. Das Gewicht hängt aber auch von den Eltern und vom Geschlecht ab: Kater sind fast immer etwas schwerer.
- Singapura: sehr klein, große Augen und Ohren, sandfarbenes getickeltes Fell
- Devon Rex: elfenhaftes Gesicht, riesige Ohren, kurzes, welliges Fell
- Cornish Rex: schlank und hochbeinig, eng anliegende Löckchen
- Korat: silberblaues Fell, grüne Augen, herzförmiges Gesicht
- Siamkatze und Balinese: nicht winzig, aber schlank und leicht gebaut
- Abessinier: mittelgroß, schlank, getickeltes Fell
Charakter: klein, aber oho
Viele kleine Rassen sind echte Energiebündel. Die Singapura ist neugierig und klettert gern hoch hinaus, die Devon Rex gilt als Clown, der dir auf der Schulter durch die Wohnung folgt. Die Cornish Rex rennt und springt mit großer Begeisterung, die Korat ist ruhiger, aber sehr anhänglich.
Typisch für fast alle: Sie wollen bei ihren Menschen sein und mögen es gar nicht, lange allein zu bleiben. Eine Partnerkatze ist für sie fast Pflicht, wenn du tagsüber arbeitest.
Haltung und Pflege: warm und beschäftigt
Rex-Katzen haben wenig Unterwolle und frieren leichter. Kuschelhöhlen, ein warmer Liegeplatz in Heizungsnähe und Schutz vor Zugluft machen sie glücklich. Ihr Fell ist pflegeleicht, ein weiches Tuch oder eine sanfte Bürste reicht, zu viel Bürsten kann die Löckchen schädigen. Die Ohren solltest du öfter kontrollieren.
Kleine Katzen brauchen weniger Futter, aber nicht weniger Platz. Kletterwände, Kratzbäume und tägliche Spielrunden sind wichtig. Bei Futter und Leckerlis achtest du genau auf die Menge, denn wenige Gramm machen bei einer Drei-Kilo-Katze viel aus.
Weil sie so leicht sind, springen kleine Katzen besonders hoch und landen überall: auf dem Kühlschrank, dem Bücherregal, dem Türrahmen. Sichere deshalb Fenster und Balkon gut und räum Zerbrechliches aus dem Weg.
Gesundheit: typische Erbkrankheiten und ein klares Nein
Auch kleine Rassen haben rassetypische Schwachstellen. Frag beim Züchter nach den entsprechenden Gentests und Untersuchungen der Elterntiere.
Ein klares Nein gibt es von Tierärzten bei Katzen mit künstlich verkürzten Beinen wie der Munchkin und ihren Kreuzungen. Die kurzen Beine beruhen auf einer Störung des Knochenwachstums und können Gelenke und Wirbelsäule belasten. Solche Zuchten gelten als Qualzucht und sind in Österreich problematisch.
- Singapura: PK-Defizienz (vererbte Blutarmut), per Gentest prüfbar
- Devon Rex: Muskelschwäche (Myopathie), Kniescheibenprobleme, Hauterkrankungen
- Cornish Rex: empfindliche Haut, Neigung zu fettigem Fell
- Korat: GM1- und GM2-Gangliosidose, seltene Stoffwechselkrankheiten, per Gentest prüfbar
Für wen sind kleine Katzenrassen geeignet?
Kleine Rassen passen zu Menschen, die viel Zeit haben, gern spielen und eine Katze suchen, die überall dabei sein will. Für kleine Stadtwohnungen sind sie gut geeignet, wenn genug Kletterfläche vorhanden ist.
Weniger geeignet sind sie für Menschen, die eine unabhängige Katze für lange Bürotage suchen, und für sehr kühle Wohnungen. Und wer einfach eine kleine, zierliche Katze will, findet sie oft auch im Tierheim, ganz ohne Rasse.
Häufige Fragen
Welche ist die kleinste Katzenrasse?
Die Singapura gilt als kleinste anerkannte Katzenrasse. Kätzinnen wiegen oft nur um die zwei Kilo, Kater etwas mehr. Sie ist in Österreich eher selten und hat meist Wartezeiten beim Züchter.
Bleiben kleine Katzen immer klein?
Bei kleinen Rassen ja, im Rahmen ihrer Linie. Bei Hauskatzen hängt die Größe stark von den Eltern ab. Ein kleines Kitten kann trotzdem eine kräftige Katze werden.
Ist die Munchkin eine kleine Katzenrasse?
Die Munchkin ist nicht klein, sondern hat nur sehr kurze Beine. Diese entstehen durch eine Störung des Knochenwachstums. Tierärzte und Tierschutzorganisationen sehen diese Zucht deshalb sehr kritisch.
Sind kleine Katzen für Kinder geeignet?
Viele kleine Rassen sind verspielt und kinderlieb, aber zierlich gebaut. Kinder sollten lernen, sie vorsichtig anzufassen und nicht herumzutragen. Für Familien mit Kleinkindern sind robustere Katzen oft entspannter.