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Krallen schneiden bei Katzen: Wann es nötig ist und wie du es sicher machst

Pflege · aktualisiert November 2026

Krallen schneiden bei Katzen: eine Katzenpfote wird sanft gehalten

Die meisten jungen, aktiven Katzen nutzen ihre Krallen beim Kratzen und Klettern so gut ab, dass du nie schneiden musst. Nötig wird es vor allem bei Senioren, sehr ruhigen Wohnungskatzen und bei der Daumenkralle, die nicht den Boden berührt. Dann schneidest du nur die durchsichtige Spitze ab und bleibst mit einer Katzen-Krallenschere deutlich vor dem rosa Bereich, in dem Nerven und Blutgefäße liegen.

Muss man Katzenkrallen schneiden?

Katzenkrallen wachsen ein Leben lang nach, ähnlich wie unsere Fingernägel. Beim Kratzen lösen sich alte Krallenhüllen ab, die du manchmal als kleine, hohle Krallenschalen am Kratzbaum findest. So hält die Katze ihre Krallen selbst in Form und scharf. Freigänger und kletterfreudige Wohnungskatzen brauchen deshalb in der Regel keine Pediküre.

Anders ist es, wenn die Katze sich wenig bewegt oder die Krallen nicht mehr richtig einziehen kann. Dann werden sie zu lang, bleiben an Teppich und Decken hängen oder wachsen im schlimmsten Fall in den Ballen ein. Das tut weh und kann sich entzünden.

  • ältere Katzen, deren Krallen dicker werden und sich schlechter abnutzen
  • Wohnungskatzen, die wenig kratzen und klettern
  • Katzen mit Arthrose, die Kratzbäume meiden
  • Daumenkrallen an den Vorderpfoten, die nie den Boden berühren
  • Katzen mit zusätzlichen Zehen, bei denen Krallen oft schräg wachsen

Zu lange Krallen erkennen

Steht deine Katze entspannt auf einem harten Boden, sollten die Krallen eingezogen sein und nicht hörbar klacken. Hörst du beim Gehen über Fliesen oder Parkett ein Tippen, sind sie vermutlich zu lang. Ein weiterer Hinweis: Die Katze bleibt beim Aufstehen ständig mit den Krallen an Decken oder Kleidung hängen.

Schau dir die Pfoten am besten einmal im Monat genauer an. Drück dazu sanft auf den Ballen, dann fährt die Kralle aus. Besonders die Daumenkralle an der Innenseite der Vorderpfote ist ein Kandidat für Übergröße, weil sie sich gar nicht abnutzt. Wächst eine Kralle bereits rund zurück in Richtung Ballen, ist es höchste Zeit.

Das richtige Werkzeug

Eine Nagelschere für Menschen ist für Katzen ungeeignet. Ihre Schneiden sind flach, quetschen die runde Kralle und können sie splittern lassen. Besser ist eine spezielle Krallenschere oder Krallenzange für Katzen, die die Kralle sauber durchtrennt.

Für kleine Katzen reicht eine handliche Krallenschere mit runder Aussparung. Für dicke Seniorenkrallen ist eine stabile Zange angenehmer. Achte darauf, dass das Werkzeug scharf ist. Eine stumpfe Schere quetscht, und das spürt deine Katze.

  • Krallenschere oder Krallenzange für Katzen
  • gutes Licht, am besten Tageslicht oder eine Lampe
  • ein Handtuch zum sanften Einwickeln
  • Leckerli als Belohnung
  • blutstillendes Puder oder sauberer Wattebausch für den Notfall

Schritt für Schritt: Krallen sicher schneiden

Das Wichtigste vorab: In jeder Kralle sitzt ein durchblutetes, empfindliches Gewebe mit Nerven, oft das Leben genannt. Bei hellen Krallen siehst du es als rosa Bereich, wenn du die Kralle gegen das Licht hältst. Schneide immer nur die durchsichtige Spitze ab und halte gut zwei Millimeter Abstand zum rosa Teil. Bei dunklen Krallen schneidest du nur ganz wenig und lieber öfter.

Nimm deine Katze auf den Schoß, mit ihrem Rücken zu dir. Fass eine Pfote sanft, drück leicht auf den Ballen, damit die Kralle herauskommt, und schneide quer, nicht schräg nach oben. Mehr als ein paar Krallen pro Sitzung müssen es nicht sein.

  • einen ruhigen Moment wählen, etwa wenn die Katze döst
  • Pfote sanft halten, nicht quetschen
  • mit leichtem Druck auf den Ballen die Kralle ausfahren
  • Leben im Gegenlicht suchen und großzügig Abstand halten
  • nur die Spitze quer abschneiden
  • Daumenkralle nicht vergessen
  • nach jeder Kralle oder Pfote loben und belohnen

Hilfe, ich habe zu tief geschnitten

Das passiert auch erfahrenen Halterinnen. Die Kralle blutet dann, und die Katze zuckt zurück. Bleib ruhig: Drück einen sauberen Wattebausch oder blutstillendes Puder für einige Minuten auf die Krallenspitze. Meistens hört die Blutung bald auf.

Blutet es länger als etwa zehn Minuten, ist die Kralle gesplittert oder humpelt deine Katze danach, ruf deine Tierarztpraxis an. Und für das nächste Mal gilt: weniger schneiden, dafür öfter.

Katzen, die sich nicht anfassen lassen, und ein klares Nein zum Ziehen

Manche Katzen lassen sich an den Pfoten partout nicht berühren. Übe dann ohne Schere: Pfoten beim Kuscheln kurz anfassen, belohnen, wieder loslassen. Später Schere zeigen, belohnen. Erst wenn das klappt, wird eine einzige Kralle geschnitten. Klappt es gar nicht, übernimmt die Tierarztpraxis das in wenigen Minuten, oft im Rahmen der Impfung.

Und weil es immer wieder gefragt wird: Das operative Entfernen der Krallen ist eine Amputation der vordersten Zehenglieder und in Österreich wie in Deutschland verboten. Gegen zerkratzte Möbel helfen gute Kratzmöglichkeiten an den richtigen Stellen, nicht Skalpell und nicht Krallenkappen ohne tierärztliche Rücksprache.

Häufige Fragen

Wie oft muss man Katzenkrallen schneiden?

Bei Katzen, die es brauchen, meist alle zwei bis vier Wochen. Viele Katzen brauchen es nie. Kontrolliere einmal im Monat, besonders die Daumenkrallen, und schneide nur bei Bedarf.

Kann ich Katzenkrallen mit einer Nagelfeile kürzen?

Für leichtes Nachglätten nach dem Schneiden ja, als Ersatz für die Schere eher nicht. Das Feilen dauert lange, und das Geräusch und die Vibration mögen viele Katzen nicht.

Schneidet der Tierarzt auch Krallen?

Ja, das gehört zum Alltag in den meisten Praxen und geht schnell. Viele Halterinnen lassen es beim jährlichen Check gleich mitmachen und sich dabei zeigen, wo das Leben in der Kralle sitzt.

Muss ich die Hinterpfoten auch schneiden?

Seltener. Die Hinterkrallen nutzen sich beim Laufen und Springen meist besser ab und wachsen langsamer. Kontrollieren lohnt sich trotzdem, vor allem bei Senioren.

Für Katzenleit mit Schmäh

Des, wos si dei Katz eh denkt. Als Leiberl, Hoodie oder Pulli.

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