Perserkatze: Charakter, Pflege, Gesundheit und das Problem mit der kurzen Nase
Katzenrassen · aktualisiert November 2026
Die Perserkatze ist eine ruhige, sanfte Langhaarkatze, die sich in der Wohnung wohlfühlt und ihr Fell täglich gebürstet braucht. Ehrlich gesagt hat sie aber zwei große Gesundheitsthemen: die erbliche Nierenerkrankung PKD und die bei vielen Tieren stark verkürzte Nase, die Atmung, Augen und Zähne belastet.
Herkunft: vom Orient in die Salons Europas
Langhaarige Katzen kamen im 17. Jahrhundert aus Persien und der Türkei nach Europa. In England entstand daraus im 19. Jahrhundert die Perserkatze, die schnell zur Ausstellungs- und Salonkatze wurde. Sie zählt zu den ältesten und bekanntesten Rassekatzen überhaupt.
Ursprünglich hatten Perser ein deutlich längeres Gesicht als heute. Erst im 20. Jahrhundert wurde vor allem in den USA auf ein immer flacheres Gesicht hin gezüchtet. Genau das macht der Rasse heute Probleme.
Aussehen: viel Fell und runde Formen
Perser sind mittelgroß, kompakt und stämmig, mit kurzen Beinen, breiter Brust und rundem Kopf mit kleinen Ohren. Das Fell ist lang, dicht und mit viel Unterwolle, dazu kommt eine üppige Halskrause. Es gibt sie in fast allen Farben, von Weiß über Schwarz und Blau bis zu Silber, Tabby und Colourpoint (oft Himalaya genannt).
Beim Gesicht unterscheidet man grob zwei Typen: den extremen Typ mit sehr flachem Gesicht und Nase auf Augenhöhe und den traditionellen Typ, auch Doll Face genannt, mit erkennbarer Nase. Für die Gesundheit ist das ein großer Unterschied.
Charakter: die ruhige Sofa-Chefin
Perserkatzen sind gelassen, freundlich und eher wenig verspielt. Sie lieben feste Abläufe, ruhige Wohnungen und einen weichen Platz in deiner Nähe. Laute, hektische Haushalte mögen sie weniger. Trotzdem brauchen auch sie täglich etwas Bewegung und Spiel, sonst setzen sie schnell an.
Sie kommen meist gut mit anderen ruhigen Katzen zurecht und sind selten aufdringlich. Wenn du eine Katze suchst, die dich anspringt und um 5 Uhr früh Fangen spielen will, ist der Perser eher nicht deine Wahl.
Haltung und Pflege: täglich bürsten ist Pflicht
Das Fell eines Persers verfilzt ohne Hilfe innerhalb weniger Tage, vor allem an Bauch, Achseln und hinter den Ohren. Plane daher jeden Tag 10 bis 15 Minuten zum Kämmen ein. Verfilzungen sind nicht nur unschön, sie ziepen, reißen an der Haut und können entzündete Stellen verursachen. Ist es schon passiert, hilft oft nur noch eine Schur in der Tierarztpraxis oder beim Katzenfriseur.
Dazu kommt die Hygiene: Bei vielen Persern laufen die Augen, und Reste bleiben im Fell hängen. Wische die Augenwinkel täglich mit einem feuchten, weichen Tuch aus. Auch am Hinterteil bleibt gern Kot im Fell, hier hilft vorsichtiges Kürzen.
- täglich kämmen, am besten mit einem Metallkamm mit weiten und engen Zinken
- Augen täglich reinigen, bei Rötung oder eitrigem Ausfluss zum Tierarzt
- flacher, breiter Napf erleichtert kurznasigen Katzen das Fressen
- Wohnungshaltung mit gesichertem Balkon passt gut, Hitze im Sommer meiden
Gesundheit: PKD und die Folgen der Kurznase
Die polyzystische Nierenerkrankung (PKD) ist beim Perser die bekannteste Erbkrankheit. Dabei bilden sich Zysten in den Nieren, die über Jahre zum Nierenversagen führen. Es gibt einen zuverlässigen Gentest (PKD1). Seriöse Züchter verpaaren nur getestete, PKD-freie Tiere und zeigen dir die Befunde.
Das zweite große Thema ist die Brachyzephalie, also der verkürzte Schädel. Bei stark flachen Gesichtern sind die Nasenlöcher oft verengt, die Tränenkanäle abgeknickt und die Zähne zu eng gestellt. Die Folgen: Schnaufen und Atemnot, tränende, entzündete Augen, Zahnprobleme und manchmal schwierige Geburten. Dazu kommen beim Perser gehäuft Hautpilz, Augenerkrankungen wie PRA und Herzerkrankungen (HCM).
- Gentest PKD1 bei beiden Elterntieren verlangen
- offene, gut sichtbare Nasenlöcher und ein erkennbarer Nasenrücken
- Atemgeräusche in Ruhe oder Atmen mit offenem Maul sind ein Warnsignal
- ab dem mittleren Alter regelmäßig Blut und Nieren checken lassen
Qualzucht: was in Österreich gilt
Das österreichische Tierschutzgesetz verbietet Qualzucht, also das Züchten auf Merkmale, die einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden bringen. Atemnot und Probleme durch eine verkürzte Kopfform gehören genau in diese Diskussion. Ob ein konkretes Tier betroffen ist, beurteilen Tierärzte und Behörden im Einzelfall.
Für dich heißt das praktisch: Wähle bewusst einen Perser mit moderatem, traditionellem Gesicht und frage den Züchter, wie er die Atmung und die Augen seiner Tiere beurteilt. Eine schöne Alternative ist ein erwachsener Perser aus dem Tierheim oder von einer Rasse-Nothilfe.
Für wen ist die Perserkatze geeignet?
Der Perser passt zu ruhigen Menschen, die gern zu Hause sind, eine verschmuste, gelassene Wohnungskatze suchen und das tägliche Kämmen als gemeinsames Ritual sehen. Auch Senioren mit Zeit und ruhiger Hand haben oft viel Freude an ihm.
Nicht geeignet ist er, wenn du wenig Zeit für Pflege hast, eine aktive Spielkatze suchst oder Katzenhaare überall für dich ein Problem sind. Rechne außerdem mit möglichen Tierarztkosten für Augen, Zähne und Nieren.
Häufige Fragen
Wie oft muss man eine Perserkatze bürsten?
Täglich. Schon nach zwei bis drei Tagen ohne Kämmen bilden sich bei den meisten Persern Knoten. Kurze, tägliche Einheiten sind für die Katze angenehmer als ein langes Entfilzen am Wochenende.
Warum tränen Perserkatzen die Augen?
Bei flachen Gesichtern sind die Tränenkanäle oft verengt oder abgeknickt, die Tränenflüssigkeit läuft deshalb über das Gesicht ab. Tägliches Reinigen hilft gegen Verfärbungen und Entzündungen. Wird der Ausfluss gelb, grün oder ist das Auge gerötet, lass es abklären.
Wie alt wird eine Perserkatze?
Gesunde Perser werden oft 12 bis 17 Jahre alt. PKD-freie Eltern, ein moderates Gesicht und regelmäßige Vorsorge erhöhen die Chance auf ein langes Leben deutlich.
Darf man Perserkatzen scheren?
Ja, eine Schur kann bei starken Verfilzungen oder älteren Katzen sinnvoll sein und erleichtert die Pflege. Sie sollte aber von Profis gemacht werden, weil die Haut sehr dünn ist. Danach braucht die Katze Wärme, denn ohne Fell friert sie schneller.