Ragamuffin: die sanfte Riesin in allen Farben
Katzenrassen · aktualisiert November 2026
Die Ragamuffin ist eine große, schwere Halblanghaarkatze mit ausgesprochen sanftem Wesen. Sie ist eng mit der Ragdoll verwandt, kommt aber in fast allen Farben und Augenfarben vor. Sie passt hervorragend in die Wohnung, braucht aber Gesellschaft, regelmäßiges Bürsten und einen Züchter, der auf Herz und Nieren testet.
Herkunft: ein Ableger der Ragdoll
Die Ragamuffin entstand in den 1990er-Jahren in den USA. Eine Gruppe von Ragdoll-Züchtern trennte sich vom strengen Verband rund um die Ragdoll-Gründerin Ann Baker und züchtete eigenständig weiter. Sie kreuzten unter anderem Perser, Himalayan und Hauskatzen ein und ließen auch Farben ohne Point-Zeichnung zu.
Daher teilt die Ragamuffin viele Eigenschaften mit der Ragdoll, ist aber vielfältiger in Farbe und Fell. In Europa ist sie seltener als die Ragdoll.
Aussehen: groß, rund und plüschig
Ragamuffins sind schwer und kräftig gebaut, mit breiter Brust, rundem Kopf, kurzer Nase und großen, ausdrucksstarken Augen. Kater wiegen oft 6 bis 9 kg, Kätzinnen 4 bis 6 kg. Sie sind erst mit vier bis fünf Jahren ganz ausgewachsen.
Das halblange Fell ist dicht, weich und kaninchenfellartig, mit Halskrause und buschigem Schwanz. Erlaubt sind fast alle Farben und Muster, die Augen können blau, grün, gold oder verschiedenfarbig sein.
- alle Farben, auch Tabby, Bicolour und Point
- rundlicher Kopf, aber Nase sollte gut sichtbar sein
- Fell verfilzt weniger als beim Perser
Charakter: Schoßkatze aus Überzeugung
Ragamuffins sind ruhig, geduldig und sehr verschmust. Viele lassen sich gern tragen und liegen stundenlang auf dem Schoß. Sie sind freundlich zu Kindern, Besuch und anderen Haustieren und eher selten aufbrausend.
Diese Gutmütigkeit hat eine Kehrseite: Ragamuffins wehren sich kaum und sind deshalb im ungesicherten Freigang gefährdet. Außerdem langweilen sie sich allein schnell. Eine zweite, ähnlich ruhige Katze macht vielen das Leben schöner.
Haltung und Pflege: Wohnung mit Platz zum Ausstrecken
Die Ragamuffin ist eine ideale Wohnungskatze, wenn sie Abwechslung bekommt. Ein gesicherter Balkon mit Netz gibt ihr frische Luft, ohne dass sie in Gefahr gerät. Weil sie groß ist, braucht sie stabile Kratzbäume mit großen Liegeflächen und ein großes Katzenklo.
Bürsten ist ein- bis zweimal pro Woche nötig, im Fellwechsel öfter. Weil Ragamuffins gern fressen und sich nicht übermäßig bewegen, ist Übergewicht ein echtes Thema. Futter abwiegen und täglich spielen hilft.
- stabile Möbel für schwere Katzen
- regelmäßige Spielrunden gegen Bequemlichkeit
- Bürsten mehrmals pro Woche, Achseln und Bauch nicht vergessen
- Chip und Registrierung in der österreichischen Heimtierdatenbank
Gesundheit: Herz und Nieren testen lassen
Durch die Verwandtschaft mit Ragdoll und Perser sind bei der Ragamuffin vor allem zwei Erbkrankheiten wichtig. Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist eine Verdickung des Herzmuskels. Die Ragdoll-typische Genmutation kann auch bei Ragamuffins vorkommen, deshalb sollten Zuchttiere darauf getestet und zusätzlich per Herzultraschall untersucht werden.
Die polyzystische Nierenerkrankung (PKD) stammt aus dem Perser-Erbe und lässt sich ebenfalls per Gentest ausschließen. Ansonsten gilt die Rasse als robust. Achte bei sehr runden Gesichtern darauf, dass die Nase nicht zu kurz ist, damit Atmung und Tränenabfluss frei bleiben.
- Gentests HCM und PKD bei den Elterntieren
- Herzultraschall der Zuchttiere
- Übergewicht vermeiden, es belastet Gelenke und Herz
Für wen ist die Ragamuffin geeignet?
Die Ragamuffin passt zu Familien, Paaren und ruhigen Menschen, die eine große, sanfte Kuschelkatze für die Wohnung suchen und gern bürsten. Auch Anfänger kommen mit ihr meist gut zurecht, weil sie unkompliziert im Umgang ist.
Weniger geeignet ist sie, wenn du eine selbstständige Freigängerin suchst, viel unterwegs bist oder wenig Platz für große Kratzmöbel hast. Für Allergiker ist sie nicht geeignet.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Ragamuffin und Ragdoll?
Die Ragdoll hat immer blaue Augen und eine Point-Zeichnung, die Ragamuffin darf in fast allen Farben und Augenfarben vorkommen. Ragamuffins haben außerdem oft einen runderen Kopf. Im Wesen sind sich beide sehr ähnlich.
Wie groß wird eine Ragamuffin?
Kater erreichen meist 6 bis 9 kg, Kätzinnen 4 bis 6 kg. Die volle Größe erreicht eine Ragamuffin erst nach vier bis fünf Jahren.
Kann eine Ragamuffin Freigang haben?
Grundsätzlich ja, aber sie ist sehr vertrauensselig und wehrt sich kaum. Ein gesicherter Garten oder ein vernetzter Balkon ist deshalb die bessere Lösung. Freigänger müssen in Österreich kastriert sein.