Spulwürmer bei der Katze: Spaghetti im Kot, Kugelbauch und was jetzt hilft
Gesundheit · aktualisiert November 2026
Spulwürmer sind die häufigsten Würmer bei Katzen. Wenn du weiße, spaghettiartige Würmer im Kot oder im Erbrochenen siehst, sind es mit großer Wahrscheinlichkeit Spulwürmer. Bei erwachsenen Katzen ist das gut behandelbar, bei Kitten solltest du noch in den nächsten Tagen zum Tierarzt, weil ein starker Befall sie richtig schwächen kann.
So sehen Spulwürmer bei der Katze aus
Erwachsene Spulwürmer sind weißlich bis hellbeige, rund und mehrere Zentimeter lang. Sie sehen aus wie gekochte Spaghetti und rollen sich oft spiralig ein, wenn sie abgegangen sind. Damit unterscheiden sie sich deutlich von Bandwurmgliedern, die klein und flach wie Reiskörner sind.
Die meisten Spulwürmer bleiben allerdings unsichtbar im Darm. Was ausgeschieden wird, sind mikroskopisch kleine Eier im Kot. Dass du Würmer mit freiem Auge siehst, passiert vor allem bei starkem Befall oder kurz nach einer Wurmkur.
Ansteckung: Warum fast jedes Kitten Spulwürmer hat
Spulwurmlarven können im Körper der Mutterkatze jahrelang ruhen. Während der Säugezeit werden sie aktiv und gelangen über die Milch zu den Kitten. Deshalb gilt ein Kitten vom Bauernhof, aus dem Tierschutz oder vom Privatwurf erst einmal als verwurmt, auch wenn es munter wirkt.
Erwachsene Katzen stecken sich über Wurmeier aus der Umgebung an, etwa aus Gartenerde, Sandkisten oder Blumentöpfen. Die Eier brauchen nach dem Ausscheiden einige Wochen, bis sie ansteckend sind, bleiben dann aber monatelang bis jahrelang infektiös. Freigänger nehmen Larven außerdem über Mäuse auf.
- Kitten über die Muttermilch
- Wurmeier aus Erde, Sand und Garten
- Eier an Schuhen und Kleidung, auch bei Wohnungskatzen
- erbeutete Mäuse, Vögel und Insekten
Symptome: Kugelbauch, Durchfall und stumpfes Fell
Eine erwachsene, gesunde Katze kann Spulwürmer haben, ohne dass man es merkt. Bei Kitten sieht das anders aus: Die Würmer nehmen ihnen Nährstoffe weg, die sie fürs Wachstum dringend brauchen. Typisch ist ein dicker, harter Bauch bei sonst dünnen Rippen.
Weil Spulwurmlarven auf ihrem Weg durch den Körper auch durch die Lunge wandern, können junge Katzen husten. Bei sehr starkem Befall droht im schlimmsten Fall ein Darmverschluss durch ein Knäuel aus Würmern. Das ist selten, aber ein echter Notfall.
- aufgeblähter Kugelbauch, vor allem bei Kitten
- Durchfall oder schleimiger Kot
- Erbrechen, manchmal mit ganzen Würmern
- stumpfes, struppiges Fell
- Kitten wachsen schlechter als ihre Geschwister
- Husten bei jungen Katzen
Behandlung: So wirst du die Spulwürmer los
Gegen Spulwürmer gibt es gut wirksame Mittel aus der Tierarztpraxis, als Tablette, Paste oder zum Auftropfen. Die Menge richtet sich genau nach dem Gewicht, darum wird gerade ein Kitten vorher gewogen. Kauf keine Mittel ohne Beratung, und verwende nie Präparate für Hunde.
Ein Wurmmittel tötet die Würmer im Darm, aber nicht die Larven, die noch im Gewebe stecken. Diese wandern nach und nach in den Darm. Deshalb sind meistens mehrere Behandlungen im Abstand von einigen Wochen nötig, bei Kitten ab etwa drei Wochen alle zwei Wochen.
- alle Katzen im Haushalt mitbehandeln
- bei Kitten auch die Mutterkatze behandeln
- in der Woche nach der Wurmkur das Klo täglich reinigen
- Streu komplett wechseln und die Wanne mit heißem Wasser auswaschen
- nach zwei bis drei Wochen eine Kontroll-Kotprobe abgeben, wenn die Praxis das empfiehlt
Spulwürmer und Menschen: Darum sind Kinder besonders gefährdet
Der Katzenspulwurm kann auch Menschen befallen. Im menschlichen Körper wird er nicht erwachsen, aber seine Larven wandern durch Organe und können in seltenen Fällen Augen oder Leber schädigen. Betroffen sind vor allem Kleinkinder, die im Sandkasten spielen und Finger oder Spielzeug in den Mund nehmen.
Das ist kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund für Sorgfalt. Weil die Eier erst nach einigen Wochen ansteckend werden, schützt ein täglich gereinigtes Katzenklo schon sehr gut. Den größten Teil der Ansteckungen gibt es draußen, wo fremde Katzen ihr Geschäft verrichten.
- Hände nach dem Klosäubern und nach der Gartenarbeit waschen
- Sandkasten bei Nichtgebrauch abdecken
- Gemüse und Salat aus dem Garten gründlich waschen
- in Familien mit Kleinkindern Entwurmung oder Kotprobe öfter einplanen
Vorbeugen: Regelmäßig entwurmen oder Kot untersuchen
Gegen Spulwürmer hilft vor allem Regelmäßigkeit. Für Freigänger raten Tierärzte meist zu mindestens vier Wurmkuren oder Kotuntersuchungen im Jahr, für reine Wohnungskatzen zu ein bis zwei. Bei Familien mit Kleinkindern oder bei Katzen, die viel jagen, kann ein engerer Rhythmus sinnvoll sein.
Wenn du ein neues Kitten bekommst, frag den Züchter oder den Tierschutzverein nach den bisherigen Wurmkuren und nimm die Daten zum ersten Tierarzttermin mit. Dann kann die Praxis den Plan nahtlos fortsetzen.
Häufige Fragen
Leben Spulwürmer nach dem Ausscheiden noch?
Ausgeschiedene Würmer sterben außerhalb des Körpers bald ab. Gefährlicher sind die Eier im Kot: Sie werden nach einigen Wochen ansteckend und bleiben in der Umgebung sehr lange infektiös. Darum das Klo täglich reinigen.
Darf mein Kind mit einem verwurmten Kitten kuscheln?
Streicheln an sich ist nicht das Problem, weil die Eier im Fell meist noch nicht ansteckend sind. Achte aber darauf, dass dein Kind danach die Hände wäscht und nicht am Katzenklo spielt. Lass das Kitten zügig behandeln.
Ab welchem Alter kann man Kitten entwurmen?
Tierärzte beginnen meist mit etwa drei Wochen und wiederholen die Behandlung alle zwei Wochen, bis einige Wochen nach dem Absetzen. Das passende Mittel und die Menge bestimmt die Praxis nach Gewicht.
Woher hat meine Wohnungskatze Spulwürmer?
Meistens über Wurmeier, die an Schuhen, Taschen oder Blumenerde ins Haus kommen. Auch ein neu eingezogenes Tier kann sie mitbringen. Ein reines Wohnungsleben senkt das Risiko, schließt es aber nicht aus.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Wenn du unsicher bist, ruf deine Tierarztpraxis an.