Toxoplasmose und Katze: Was Schwangere wirklich wissen müssen
Gesundheit · aktualisiert November 2026
Wer schwanger ist, muss die Katze nicht abgeben. Toxoplasmose ist eine Infektion mit einem Parasiten, und Menschen stecken sich viel häufiger über rohes oder nicht durchgegartes Fleisch und ungewaschenes Gemüse an als über die eigene Katze. Mit ein paar einfachen Regeln rund ums Katzenklo und in der Küche lässt sich das Risiko sehr klein halten.
Was ist Toxoplasmose?
Toxoplasmose wird von einem Einzeller namens Toxoplasma gondii verursacht. Er kann fast alle warmblütigen Tiere und Menschen befallen. Die Katze hat dabei eine besondere Rolle: Nur in ihrem Darm kann sich der Parasit geschlechtlich vermehren und Eier, sogenannte Oozysten, bilden.
Bei gesunden Menschen verläuft eine Ansteckung meistens unbemerkt oder wie eine leichte Grippe. Danach ist man in der Regel ein Leben lang immun. Viele Erwachsene in Österreich und Deutschland hatten die Infektion schon, ohne es zu wissen.
Wie wird Toxoplasmose übertragen?
Eine Katze steckt sich meist an, wenn sie infizierte Mäuse, Vögel oder rohes Fleisch frisst. Danach scheidet sie für eine kurze Zeit, meist ein bis drei Wochen, Oozysten mit dem Kot aus. Das passiert in der Regel nur einmal im Leben, typischerweise bei jungen Freigängern.
Wichtig: Frisch ausgeschiedene Oozysten sind noch nicht ansteckend. Sie brauchen ungefähr ein bis fünf Tage in der Umgebung, bis sie infektiös werden. Wer das Katzenklo täglich leert, entfernt sie also, bevor sie gefährlich werden. Über das Fell oder beim Streicheln steckt man sich praktisch nicht an.
- rohes oder nicht durchgegartes Fleisch, auch Rohwurst und Rohschinken
- ungewaschenes Obst, Gemüse und Salat
- Gartenerde und Sandkästen, in denen Katzen ihr Geschäft machen
- Katzenkot, der länger als einen Tag im Klo liegt
Toxoplasmose in der Schwangerschaft: Wo das Risiko liegt
Gefährlich ist Toxoplasmose dann, wenn sich eine Frau zum ersten Mal während der Schwangerschaft ansteckt. Der Erreger kann dann auf das ungeborene Kind übergehen und Schäden verursachen, etwa an Augen oder Gehirn. Wer schon vor der Schwangerschaft infiziert war und Antikörper hat, ist in der Regel geschützt.
In Österreich ist ein Toxoplasmose-Test in der Schwangerschaft Teil der Untersuchungen im Eltern-Kind-Pass. Das hat einen großen Vorteil: Du erfährst, ob du schon immun bist. Wird eine frische Infektion entdeckt, kann sie behandelt werden. Sprich deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt an, wenn du unsicher bist oder eine Schwangerschaft planst.
Das kannst du tun: Sicher mit Katze durch die Schwangerschaft
Die Katze bleibt, ein paar Gewohnheiten ändern sich. Am wichtigsten sind die Küchenhygiene und ein täglich gereinigtes Katzenklo. Am besten übernimmt eine andere Person im Haushalt das Klo, solange du schwanger bist.
Wenn du allein lebst, ist das auch kein Problem: Einweghandschuhe tragen, das Klo jeden Tag leeren und danach die Hände gründlich waschen.
- Katzenklo täglich leeren, idealerweise von jemand anderem
- Handschuhe tragen und danach Hände waschen
- Fleisch vollständig durchgaren, keine Rohwurst und kein Tatar
- Obst, Gemüse und Salat gründlich waschen
- bei der Gartenarbeit Handschuhe tragen
- die Katze nicht roh füttern, sondern mit Fertig- oder gekochtem Futter
- keine neue, junge Freigängerkatze in der Schwangerschaft aufnehmen
Symptome bei der Katze
Die allermeisten Katzen merken von der Infektion nichts. Erkrankungen gibt es vor allem bei sehr jungen Katzen oder bei Tieren mit geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel durch das Katzenaids-Virus FIV oder Leukose.
Dann können ganz unterschiedliche Organe betroffen sein, was die Diagnose schwierig macht. Ein Bluttest auf Antikörper zeigt, ob eine Katze die Infektion schon hatte. Eine Katze mit Antikörpern scheidet in aller Regel keine Oozysten mehr aus.
- Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit
- Entzündungen im Auge, trübe Augen
- Atemprobleme
- Durchfall
- Bewegungsstörungen oder Krampfanfälle
Vorbeugen bei der Katze
Eine Impfung gegen Toxoplasmose gibt es für Katzen nicht. Das Risiko ist bei Wohnungskatzen, die Fertigfutter bekommen, sehr klein. Freigänger, die jagen, stecken sich dagegen fast zwangsläufig irgendwann an, meist schon im ersten Lebensjahr.
Wer roh füttern möchte, sollte das Fleisch vorher ausreichend tiefgefrieren, das tötet einen Großteil der Erreger. In einer Schwangerschaft ist es aber einfacher und sicherer, für einige Monate auf Rohfütterung zu verzichten.
Häufige Fragen
Muss ich meine Katze in der Schwangerschaft abgeben?
Nein. Frauenärzte und Tierärzte raten nicht dazu. Mit täglich gereinigtem Klo, Handschuhen und guter Küchenhygiene ist das Risiko durch die eigene Katze sehr gering.
Kann ich mich beim Streicheln mit Toxoplasmose anstecken?
Praktisch nein. Die Oozysten sind frisch ausgeschieden noch nicht ansteckend und haften kaum im Fell. Die Ansteckung passiert über älteren Kot, Erde oder rohes Fleisch.
Kann man testen, ob meine Katze Toxoplasmose hat?
Ja, mit einem Bluttest auf Antikörper. Hat die Katze Antikörper, hatte sie die Infektion schon und scheidet in der Regel keine Oozysten mehr aus. Ein negativer Test bedeutet, dass sie sich noch anstecken könnte.
Ist eine Wohnungskatze ein Risiko?
Eine Wohnungskatze, die nur Fertigfutter frisst, hat kaum Gelegenheit, sich anzustecken. Das Risiko ist deshalb sehr klein. Die Regeln zum Katzenklo gelten in der Schwangerschaft trotzdem.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Wenn du unsicher bist, ruf deine Tierarztpraxis an.