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Katzen-Wienerisch: Das kleine Wörterbuch für Katzenleute, von Katzerl bis Schleich di

Wissenswertes 5 Min. Lesezeit geprüft November 2026, 6 Quellen

Katzen-Wienerisch: eine getigerte Katze auf einem Fauteuil im Wiener Altbau

Katzen-Wienerisch ist die Sprache, in der Katzen in Österreich angeredet, gelobt und beschimpft werden, meistens alles gleichzeitig. Hier findest du rund 40 Wörter und Sprüche rund ums Leben mit Katze, auf Hochdeutsch erklärt, mit Beispielsätzen und der einen oder anderen Pointe. Die Bedeutungen stützen sich auf den Duden, der viele dieser Wörter als österreichisch oder süddeutsch führt, und auf ostarrichi.org.

Katze auf Wienerisch: Kotz, Katzerl, Mieze und Kater

Wer in Wien eine Katze ruft, sagt selten einfach Katze. Im Dialekt wird aus der Katze die Kotz, mit einem dunklen, fast wie o klingenden a. Die Verkleinerung mit der Endung -erl ist typisch österreichisch und macht aus fast jedem Wort etwas Liebevolles: aus der Kotz wird das Katzerl, aus der Pfote das Pfoterl.

Das Wort Mieze ist dagegen überall im deutschen Sprachraum zu Hause. Der Duden führt es als familiäres Wort für die Katze und leitet es vom Lockruf mi, mi, mi ab, mit dem man Katzen anlockt. Ob die Katze darauf hört, steht auf einem anderen Blatt. Mehr über die Namen, auf die Katzen wirklich reagieren, steht im Ratgeber Katzennamen.

Tipp für den Alltag: Probier beim Rufen ruhig verschiedene Varianten aus. Viele Katzen reagieren eher auf den Tonfall und darauf, dass gleich etwas Gutes passiert, als auf das genaue Wort.

Wörter für die Katz selbst
WortBedeutungBeispielsatz
KotzKatze, so wie man es in Wien ausspricht„De Kotz liegt scho wieder auf meim Sessl.“
KatzerlVerkleinerung von Katze, liebevoll für jede Katze, egal wie groß„Mei Katzerl hat sieben Kilo, owa a Katzerl bleibt's.“
Miezefamiliär für Katze, nach dem Lockruf mi, mi, mi„Mieze, Mieze!“ (Die Katze schaut weg.)
Katermännliche Katze; umgangssprachlich auch der Zustand nach einer langen Nacht„Da Kater schlaft, und i hob an.“
Kotznmama / KotznpapaKatzenmama, Katzenpapa: Mensch, der für die Katze lebt„Ka Zeit, i bin Kotznmama.“
NoschkotzNaschkatze: wer gern nascht, Mensch oder Tier„De Noschkotz hat ma's Schlagobers aus'm Häferl gschleckt.“
Fesche Kotzeine hübsche, gepflegte Katze„Na, du bist heit wieder a fesche Kotz.“
Pfoterlkleine Pfote, liebevoll„Gib Pfoterl!“ (Sie gibt nichts.)

Wienerische Wörter für Katzenverhalten: grantig, pfauchen, speibn

Katzen haben Launen, und das Wienerische hat genau die richtigen Wörter dafür. Grantig ist der Klassiker: Der Duden beschreibt es als übel gelaunt, ärgerlich, unmutig, im süddeutschen und österreichischen Raum umgangssprachlich verbreitet. Eine Katze, die man um sechs Uhr früh vom Polster schiebt, ist grantig. Ein Mensch, den sie um fünf Uhr geweckt hat, auch.

Fauchen heißt in Österreich gern pfauchen, der Duden führt diese Form ausdrücklich als österreichisch. Und speibn, im Duden als speiben mit der Bedeutung spucken oder erbrechen, süddeutsch und österreichisch, kennt jede Katzenmama, die nachts barfuß über ein Haarballerl gestiegen ist. Wann Erbrechen kein Hobby mehr ist, sondern ein Fall für den Tierarzt, erklärt der Ratgeber Katze erbricht.

Was das Verhalten selbst bedeutet, verraten oft Ohren und Schwanz. Wer seine grantige Kotz besser verstehen will, wird im Ratgeber zur Körpersprache der Katze fündig.

Wörter fürs Katzenverhalten
WortBedeutungBeispielsatz
grantigübel gelaunt, ärgerlich, unmutig„Wann ma's Fressi zu spät kriegt, wird ma halt grantig.“
pfauchenösterreichisch für fauchen„Da Staubsauger is no ned amoi an, und sie pfaucht scho.“
speibnspucken, erbrechen„Natürlich speibt's auf'n Teppich, ned auf de Fliesn.“
benznbesonders lästig um etwas betteln„Sie benzt seit a hoibe Stund um a Leckerli.“
fladernsalopp für stehlen„Wer hat ma des Schinkenbrot gfladert? Genau.“
patschertungeschickt, unbeholfen„So a patscherte Kotz, foit vom Fensterbrett ins Blumenkistl.“
bröselnBrösel machen, also Krümel verteilen„Sie bröselt as Trockenfutter durch de ganze Kuchl.“
Pratzerlvon Pratze, salopp für Pranke; liebevoll für die Pfote„Glei kummt's Pratzerl unter da Tür durch.“
Katzen-Wienerisch: eine grantige getigerte Katze im Wiener Altbau

Alltag mit Katze auf Wienerisch

Viele Wörter aus dem österreichischen Alltag passen perfekt zum Leben mit Katze, auch wenn sie gar nicht für Katzen erfunden wurden. Hier ein kleiner Wortschatz für den Haushalt, in dem die Katze ohnehin bestimmt, wo was liegt.

  • Polster: in Österreich das Wort für Kissen, laut Duden dort auch als der Polster. Der wichtigste Polster der Wohnung gehört der Katze. „Des is ned dei Polster.“ „Jetzt scho.“
  • Schlapfen: Hausschuhe, bayrisch und österreichisch umgangssprachlich. Ein beliebter Schlafplatz, vor allem, wenn du gerade hineinschlüpfen willst.
  • Gfrast: im Duden unter anderem als Fussel, Faserstückchen geführt. Nach dem Fellwechsel liegt das Gfrast überall, am liebsten auf der schwarzen Hose.
  • Brösel: Krümel, in Österreich auch das Brösel. Was nach dem Leckerli am Boden bleibt, und was die Katze garantiert noch einmal kontrolliert.
  • Jause: österreichisch für eine Zwischenmahlzeit. Der Duden führt das Wort auf das slowenische južina zurück. Die Katze hält jede Uhrzeit für Jausenzeit.
  • Haxen: umgangssprachlich und scherzhaft für Beine, besonders in Österreich. „Zieh deine Haxen ein, de Kotz wüll durch.“
  • Gaudi: Spaß, Riesenspaß. Die Gaudi beginnt, wenn ein Karton ins Haus kommt.

Wiener Katzensprüche: Heit ned, Schleich di und Ois oasch

Manche Sätze klingen, als hätte sie eine Katze erfunden. Ein paar davon kennt man in Wien seit Generationen, andere sind ganz einfach Dialekt für Dinge, die jede Katze ohnehin denkt. Die Übersetzung ist dabei der leichte Teil, der Tonfall ist alles: langsam, ein bisschen gelangweilt und mit halb geschlossenen Augen.

Wichtig für Nicht-Wiener: Ein Großteil davon ist nicht böse gemeint. Schleich di klingt grob, wird aber oft eher augenzwinkernd gesagt, so wie eine Katze, die dich mit einem Blick aus der Küche schickt und fünf Minuten später schnurrend auf deinem Schoß liegt.

Warum passen Katzen und Wienerisch so gut zusammen? Beide gelten als ein bisschen grantig, aber im Grunde herzlich. Beide lassen sich nicht hetzen, und beide haben eine klare Meinung dazu, wann Schluss ist mit dem Kuscheln. Eine Katze, die dich beim Heimkommen kurz anschaut und dann weiterschläft, sagt im Grunde nichts anderes als ein Wiener Kellner: Ich hab dich gesehen, ich komm dann eh.

Für eigene Sprüche gilt eine einfache Faustregel: kurz, langsam gesprochen und mit einer Prise Selbstironie. Je weniger die Katze sich dabei bewegt, desto besser wirkt der Satz.

Sprüche, die jede Katz unterschreiben würde
SpruchBedeutungWann die Katze ihn sagt
I reg mi ned aufIch rege mich nicht aufbeim dritten Tierarztbesuch im Jahr, mit gesträubtem Schwanz
Heit nedHeute nichtwenn du mit der Bürste kommst
Schleich diVerschwinde, geh wegwenn du dich auf ihren Platz am Sofa setzen willst
Ois oaschAlles ist mieswenn das Lieblingsfutter ausverkauft ist
Loch amoiLach einmal, sei nicht so ernstwenn sie dir gerade das Wasserglas umgeworfen hat
Putz diHau ab, mach dich davonzur Nachbarskatze am Fenster
Ois leiwandAlles bestens; leiwand heißt im Ostösterreichischen großartig, tollnach dem Frühstück, in der Sonne
Da Hund woarsDer Hund war esauch in Haushalten ohne Hund
I woas nedIch weiß nichtauf die Frage, wer die Vase vom Regal geschubst hat
Mir reicht'sMir reicht esnach genau zwei Streicheleinheiten zu viel
I moch wos i wüIch mache, was ich willimmer

Katzen-Redewendungen und der Wiener Schmäh

Auch im Hochdeutschen hat die Katze sprachlich viel zu tun. In Wien kommen die Redewendungen meist mit einer Extraportion Schmäh daher. Der Duden erklärt Schmäh als österreichisch umgangssprachlich, einerseits für einen Trick oder Kniff, andererseits für eine charmante, witzige Art mit Pointen, eben den Wiener Schmäh. Das Wort geht laut Duden auf das mittelhochdeutsche smæhe zurück, das Beschimpfung bedeutete.

Ein paar Redewendungen, die zum Leben mit Katze besonders gut passen:

  • Für die Katz: umsonst. „Des neiche Katzenbett war für die Katz, sie schlaft im Karton.“
  • Katzenjammer: laut Duden die Niedergeschlagenheit nach einem Rausch. Das Wort stammt aus der Studentensprache und spielt auf das klagende Miauen von Katzen an, besonders in der Paarungszeit.
  • Die Katze im Sack kaufen: etwas nehmen, ohne es vorher geprüft zu haben. Wer ein Kitten heimbringt, weiß das: Man kauft nie nur eine Katze, man bekommt einen Charakter.
  • Wie die Katze um den heißen Brei: um etwas herumreden, statt zur Sache zu kommen. Katzen selbst kommen übrigens sehr direkt zur Sache, vor allem beim Futter.
  • Schmäh führen: Witze machen, gut unterhalten. „Er führt an Schmäh mit da Kotz, und sie lacht ned amoi.“
  • Jemanden am Schmäh halten: jemanden aufziehen, zum Narren halten. Die Königsdisziplin der Katze, die so tut, als hätte sie heute noch nichts bekommen.
Wiener Schmäh und Katzen-Wienerisch: eine getigerte Katze im Kaffeehaus

Katzen-Wienerisch im Alltag: so sprichst du mit deiner Katz

Du musst kein Wienerisch können, um mit deiner Katze Schmäh zu führen. Ein paar Wörter reichen, und der Tonfall erledigt den Rest. Was hinter ihrem Miauen steckt, erklärt der Ratgeber Katze miaut, und warum sie dabei manchmal schnurrt, steht unter Schnurren bei Katzen.

Ein kleiner Mini-Dialog für den Start in den Tag, zum Nachspielen oder für ein Video:

  • Mensch: „Guten Morgen, Katzerl!“ Katze: „Heit ned.“
  • Mensch: „Magst a Jause?“ Katze steht schon am Napf.
  • Mensch: „Wer hat den Polster zerkratzt?“ Katze: „Da Hund woars.“
  • Mensch: „Wir haben gar keinen Hund.“ Katze: „I woas ned.“
  • Mensch: „Komm her, i bürst di.“ Katze: „Schleich di.“

Häufige Fragen

Was heißt Katze auf Wienerisch?

Im Wiener Dialekt klingt die Katze wie Kotz, liebevoll verkleinert wird daraus das Katzerl. Für Kater sagt man meist einfach Kater, für Menschen, die ganz für ihre Katze leben, Kotznmama oder Kotznpapa.

Was bedeutet grantig?

Grantig heißt übel gelaunt, ärgerlich oder unmutig. Der Duden führt das Wort als süddeutsch und österreichisch umgangssprachlich. Woher es kommt, ist laut Duden nicht sicher geklärt.

Was heißt speibn auf Hochdeutsch?

Speibn, im Duden speiben geschrieben, bedeutet spucken oder sich erbrechen und ist süddeutsch und österreichisch. Bei Katzen meint man damit meistens das Hochwürgen von Haarballen oder zu schnell gefressenem Futter.

Woher kommt das Wort Mieze?

Laut Duden kommt Mieze vom Lockruf mi, mi, mi, mit dem man Katzen anlockt. Das Wort ist familiär und im ganzen deutschen Sprachraum verbreitet, nicht nur in Österreich.

Was ist der Wiener Schmäh?

Schmäh ist ein österreichisch umgangssprachliches Wort. Gemeint ist entweder ein Trick oder eine charmante, witzige Art zu reden, mit Pointen und einem Augenzwinkern. Wer Schmäh führt, macht Witze, wer jemanden am Schmäh hält, zieht ihn auf.

Was bedeutet benzn?

Benzn heißt so viel wie besonders lästig um etwas betteln. Bei Katzen kennt man das vor der Fütterungszeit: Miauen, um die Beine streichen, auf den Tisch springen, bis endlich etwas im Napf landet.

Quellen

Stand der Prüfung: November 2026

Für Katzenleit mit Schmäh

Des, wos si dei Katz eh denkt. Als Leiberl, Hoodie oder Pulli.

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