Katzenfutter: Nass, trocken oder Barf und wie du ein gutes Futter am Etikett erkennst
Ernährung · aktualisiert November 2026
Gutes Katzenfutter ist ein Alleinfuttermittel mit viel tierischem Eiweiß, einem klar benannten Fleischanteil und ohne Zucker. Ob nass, trocken oder gebarft ist zweitrangig, solange die Ration vollständig ist und deine Katze genug Flüssigkeit bekommt. Für die meisten Katzen ist ein Nassfutter als Basis die einfachste gute Wahl.
Was braucht eine Katze im Futter?
Katzen sind reine Fleischfresser. Ihr Körper ist darauf ausgelegt, Energie vor allem aus Eiweiß und Fett zu gewinnen, nicht aus Kohlenhydraten. Einige Nährstoffe kann eine Katze außerdem nicht selbst herstellen und muss sie fertig aus tierischem Gewebe aufnehmen.
Deshalb kann eine Katze auch nicht vegetarisch oder vegan leben, ohne dass man sehr aufwendig künstlich ergänzt. Ein gutes Futter liefert all das in der richtigen Menge, ohne dass du nachrechnen musst.
- hochwertiges tierisches Eiweiß als Hauptbestandteil
- Taurin, wichtig für Herz und Augen
- Arachidonsäure, eine Fettsäure aus tierischem Fett
- Vitamin A in fertiger Form, weil Katzen es nicht aus Karotten bilden können
- ausreichend Wasser, entweder im Futter oder aus dem Napf
Nassfutter, Trockenfutter, Barf: die drei Wege im Überblick
Nassfutter enthält rund drei Viertel Wasser und kommt der natürlichen Beute am nächsten. Es hilft Katzen, die von Natur aus wenig trinken, genug Flüssigkeit aufzunehmen. Dafür ist es teurer pro Tag und muss nach dem Öffnen rasch verbraucht werden.
Trockenfutter ist praktisch, lange haltbar und günstig, aber sehr energiereich und enthält kaum Wasser. Wer es füttert, muss genau abwiegen und dafür sorgen, dass die Katze viel trinkt. Barf, also rohes Fleisch mit Ergänzungen, ist die aufwendigste Variante und funktioniert nur mit einem berechneten Plan.
Viele Halterinnen kombinieren: Nassfutter als Hauptmahlzeit, ein paar Stück Trockenfutter im Futterball als Beschäftigung. Das ist völlig in Ordnung, solange die Gesamtmenge stimmt. In unseren Ratgebern zu Nassfutter, Trockenfutter und Barfen findest du die Details zu jeder Variante.
Alleinfutter oder Ergänzungsfutter? Der wichtigste Satz auf der Dose
Der erste Blick aufs Etikett gilt nicht dem Bild mit dem saftigen Lachs, sondern einem kleinen Wort: Alleinfuttermittel. Nur ein Alleinfutter enthält alle Nährstoffe, die eine Katze braucht, und kann dauerhaft als einzige Nahrung gefüttert werden.
Ergänzungsfuttermittel sind dagegen Snacks, Leckerli oder Feinkostdosen mit reinem Fleisch oder Fisch. Die schmecken Katzen oft besonders gut, sind aber unvollständig. Wer nur Ergänzungsfutter gibt, riskiert über Monate einen Mangel an Taurin, Kalzium oder Vitaminen. Ergänzungsfutter ist also die Nachspeise, nicht das Hauptgericht.
Etikett lesen: so findest du den echten Fleischanteil
Unter Zusammensetzung stehen die Zutaten nach Gewicht sortiert, die größte zuerst. Steht dort an erster Stelle Fleisch mit einer genauen Prozentangabe, etwa Huhn 60 Prozent, ist das ein gutes Zeichen. Eine offene Deklaration, bei der jede Zutat einzeln genannt wird, ist ehrlicher als Sammelbegriffe wie Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse.
Achte auch auf die Formulierung im Produktnamen. Nach den in der EU üblichen Kennzeichnungsregeln muss ein Futter mit dem Zusatz mit Huhn nur mindestens vier Prozent Huhn enthalten. Der Rest kann anderes Fleisch sein. Erst wenn Huhn selbst im Namen steht, ohne mit, ist der Anteil deutlich höher.
Innereien wie Herz, Leber oder Magen sind übrigens kein Zeichen für schlechtes Futter. Für Katzen sind sie wertvoll und liefern wichtige Nährstoffe. Entscheidend ist, dass sie genau benannt sind.
- Alleinfuttermittel statt Ergänzungsfuttermittel
- Fleisch an erster Stelle, mit Prozentangabe
- einzelne Fleischsorten und Innereien genau benannt
- kein Zucker, kein Karamell, keine Melasse
- wenig Getreide und pflanzliche Füllstoffe
- Taurin unter den Zusatzstoffen angeführt
Die Analysewerte verstehen
Unter analytische Bestandteile findest du Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser und Feuchtigkeit. Die Begriffe klingen seltsam, sind aber Laborwerte: Rohasche ist der Mineralstoffanteil, der übrig bleibt, wenn man das Futter verbrennt, Rohfaser der unverdauliche Pflanzenanteil.
Um Nass- und Trockenfutter fair zu vergleichen, musst du das Wasser herausrechnen. Ein Nassfutter mit 10 Prozent Protein und 80 Prozent Feuchtigkeit hat in der Trockenmasse etwa 50 Prozent Protein. Das ist mehr als bei vielen Trockenfuttern, die auf der Packung mit 30 Prozent eindrucksvoller wirken.
Futter wechseln, ohne dass der Bauch rebelliert
Katzen reagieren auf plötzliche Futterwechsel gern mit Durchfall oder Erbrechen, oder sie verweigern das neue Futter einfach. Misch das neue Futter deshalb über sieben bis zehn Tage schrittweise unter das alte, mit kleinen Mengen beginnend.
Ein bisschen Abwechslung zwischen zwei oder drei Sorten, die deine Katze gut verträgt, ist sinnvoll. Wer immer nur ein einziges Futter kennt, wird oft extrem wählerisch. Und egal welches Futter: Zwiebel, Knoblauch, Schokolade und Weintrauben haben im Katzennapf nichts verloren, auch nicht als Rest in einer Sauce.
Häufige Fragen
Ist teures Katzenfutter automatisch besser?
Nein. Der Preis sagt wenig über die Qualität aus, entscheidend sind das Etikett und wie gut deine Katze das Futter verträgt. Ein mittelpreisiges Alleinfutter mit hohem, klar benanntem Fleischanteil kann besser sein als eine teure Dose mit schönem Bild.
Braucht eine Katze Getreide im Futter?
Nein, Katzen brauchen kein Getreide. Kleine Mengen schaden gesunden Katzen aber nicht. Problematisch wird es, wenn Getreide oder andere pflanzliche Stoffe weit vorne in der Zutatenliste stehen und das Fleisch verdrängen.
Was ist der Unterschied zwischen Kitten-, Adult- und Senior-Futter?
Kittenfutter hat mehr Energie, Eiweiß und Kalzium fürs Wachstum. Senior-Futter ist oft etwas leichter und an ältere Nieren angepasst. Ein Kitten sollte bis zum Ende des ersten Lebensjahres Kittenfutter bekommen, für Senioren lohnt sich ein Gespräch beim jährlichen Check.
Woran merke ich, dass ein Futter meiner Katze gut tut?
Sie frisst gern, hält ihr Gewicht, hat glänzendes Fell, festen Kot ohne starken Geruch und wirkt munter. Häufiges Erbrechen, Durchfall oder stumpfes Fell nach einem Wechsel sind Zeichen, dass das Futter nicht passt.