Katzengras: Warum Katzen Gras fressen, welche Sorten sicher sind und wie du es selbst ziehst
Ernährung · aktualisiert November 2026
Katzen fressen Gras, um verschluckte Haare leichter loszuwerden und vermutlich auch aus Instinkt. Für Wohnungskatzen ist weiches Getreidegras wie Weizen, Hafer oder Gerste die sicherste Wahl. Harte, scharfkantige Gräser und viele Zimmerpflanzen sind dagegen ungeeignet oder sogar giftig.
Warum fressen Katzen Gras?
Ganz genau weiß die Wissenschaft es bis heute nicht. Die verbreitetste Erklärung: Gras hilft, Haare und unverdauliche Reste aus dem Magen zu befördern. Katzen putzen sich stundenlang und schlucken dabei viele Haare. Die Grashalme reizen den Magen leicht, und das Haarknäuel kommt oft gleich mit wieder heraus, oder es rutscht leichter durch den Darm.
Beobachtungen zeigen aber auch, dass viele Katzen Gras fressen, ohne danach zu erbrechen. Vermutlich steckt ein uraltes Verhalten dahinter, das auch bei Wildkatzen vorkommt und mit der Darmgesundheit zu tun haben könnte. Klar ist: Gras ist für Katzen kein Futter, sondern eine Art Hausmittel, das sie sich selbst verschreiben.
Brauchen Wohnungskatzen Katzengras?
Freigänger finden ihr Gras selbst, im Garten, am Wiesenrand oder im Hinterhof. Wohnungskatzen haben diese Möglichkeit nicht, und viele suchen sich dann Ersatz: die Yuccapalme, den Blumenstrauß mit Lilien oder den Weihnachtsstern am Fensterbrett. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann gefährlich werden.
Ein Topf Katzengras ist deshalb für die meisten Wohnungskatzen eine gute Idee. Pflicht ist es nicht. Manche Katzen interessieren sich überhaupt nicht dafür, andere knabbern täglich daran. Biete es an und lass deine Katze entscheiden.
Stell das Gras an einen festen Platz, den deine Katze gut erreicht, etwa aufs Fensterbrett neben ihren Aussichtsplatz. Steht es gleich neben anderen Pflanzen, lernt sie schwerer, was erlaubt ist und was nicht. Wenn sie dennoch an Zimmerpflanzen knabbert, stell diese außer Reichweite und belohne sie, wenn sie stattdessen ans Katzengras geht.
Welche Sorten sind sicher, welche nicht?
Als Katzengras verkauft werden sehr unterschiedliche Pflanzen. Am besten geeignet sind weiche Getreidegräser, die man auch selbst aussäen kann. Sie sind zart, wachsen schnell und haben keine scharfen Kanten.
Vorsicht bei harten Gräsern mit scharfen Blatträndern. Das gilt vor allem für Zypergras, das oft als Katzengras angeboten wird. Seine Blätter sind fest und kantig und können Schleimhäute im Maul oder Rachen verletzen. Manche Katzen vertragen es gut, wer auf Nummer sicher gehen will, bleibt bei Getreidegras.
- gut geeignet: Weizengras, Hafergras, Gerstengras, Roggengras
- mit Vorsicht: Zypergras und andere harte, scharfkantige Gräser
- ungeeignet: Bambus in Zimmerpflanzenform, Ziergräser mit spitzen Ähren
- giftig und tabu: Lilien, Dieffenbachie, Weihnachtsstern, Efeu, Monstera, Aloe vera
Katzengras selbst ziehen: so geht's
Selbst gezogenes Katzengras ist günstig und frischer als vieles, was im Geschäft lange im Regal stand. Du brauchst nur Saatgut für Katzengras oder ungebeizte Getreidekörner aus dem Bioladen, einen Topf, Erde ohne Dünger und ein helles Fensterbrett.
Nach drei bis fünf Tagen sprießen die ersten Halme, nach etwa ein bis zwei Wochen ist das Gras lang genug zum Knabbern. Säe am besten alle zwei Wochen einen neuen Topf an, dann hast du immer frisches Gras im Wechsel.
- Körner über Nacht in Wasser einweichen
- dicht auf ungedüngte Erde streuen und leicht andrücken
- feucht halten, aber nicht nass, sonst schimmelt es
- an einen hellen, nicht zu heißen Platz stellen
- ab etwa zehn Zentimetern Höhe der Katze hinstellen
- gelbe oder schimmelige Halme sofort entfernen
Erbrechen nach Katzengras: normal oder nicht?
Es sieht unappetitlich aus, ist aber meistens völlig normal: Die Katze frisst eifrig Gras und würgt kurz danach ein grünes Knäuel heraus, oft mit Haaren darin. Genau das ist der Sinn der Sache, und deine Katze wirkt danach meist erleichtert und munter.
Hellhörig solltest du werden, wenn deine Katze plötzlich sehr viel mehr Gras frisst als sonst, häufig erbricht oder dabei matt wirkt. Dann kann eine Magen-Darm-Erkrankung dahinterstecken, die der Tierarzt abklären sollte. Gleiches gilt, wenn nach dem Grasfressen ein Halm im Rachen stecken bleibt, die Katze ständig würgt oder niest.
Alternativen, wenn die Katze kein Gras mag
Nicht jede Katze ist eine Grasfresserin. Wenn deine Katze das Katzengras links liegen lässt, ist das kein Problem. Gegen Haarballen hilft regelmäßiges Bürsten ohnehin am meisten, vor allem im Fellwechsel. Bei Langhaarkatzen lohnt es sich, darüber mit der Tierarztpraxis zu sprechen, wenn Haarballen häufig vorkommen.
Manche Katzen mögen statt Gras auch Katzenminze oder Baldrian zum Spielen, das hat aber eine andere Wirkung. Wichtig ist vor allem, dass keine giftigen Pflanzen in Reichweite stehen. Wer neue Zimmerpflanzen kauft, prüft am besten vorher, ob sie für Katzen unbedenklich sind.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich Katzengras austauschen?
Etwa alle zwei bis drei Wochen, oder sobald die Halme gelb, welk oder schimmelig werden. Wer zwei Töpfe zeitversetzt anzieht, hat immer frisches Gras zur Verfügung.
Darf meine Katze Gras aus dem Garten fressen?
Grundsätzlich ja, solange der Rasen nicht gedüngt oder mit Unkrautvernichtern behandelt wurde. Bei Wiesen an Straßenrändern oder in fremden Gärten weißt du das nicht, dort ist Vorsicht angebracht.
Ist Katzengras auch für Kitten geeignet?
Ja, weiches Getreidegras ist auch für junge Katzen unbedenklich. Viele Kitten entdecken es spielerisch und knabbern daran. Achte darauf, dass das Gras frisch ist und keine harten, scharfkantigen Sorten im Topf sind.
Meine Katze frisst plötzlich sehr viel Gras, ist das schlimm?
Eine plötzliche Veränderung kann auf Magenprobleme, Würmer oder Unwohlsein hindeuten. Wenn sie dazu häufig erbricht, weniger frisst oder matt wirkt, lass sie in der Tierarztpraxis anschauen.