Nassfutter für Katzen: Vorteile, die richtige Menge und wie du es frisch hältst
Ernährung · aktualisiert November 2026
Nassfutter ist für die meisten Katzen die beste Basis, weil es mit rund drei Viertel Wasser ihrer natürlichen Beute am nächsten kommt und so Niere und Blase entlastet. Eine geöffnete Dose hält abgedeckt im Kühlschrank etwa ein bis zwei Tage, serviert wird zimmerwarm. Die Menge ist größer als bei Trockenfutter, weil Nassfutter weniger Energie pro Gramm hat.
Warum Nassfutter für Katzen so gut passt
Die Vorfahren unserer Hauskatzen lebten in trockenen Gebieten und holten sich den Großteil ihrer Flüssigkeit aus der Beute. Dieses Erbe tragen sie bis heute mit sich: Katzen haben ein schwaches Durstgefühl und trinken oft weniger, als gut für sie wäre.
Nassfutter gleicht das aus. Eine Katze, die überwiegend Nassfutter frisst, nimmt mit der Mahlzeit schon einen großen Teil ihres Tagesbedarfs an Wasser auf. Der Harn wird dadurch verdünnter, und das senkt das Risiko für Harnsteine und Blasenentzündungen. Gerade bei Katern, bei denen ein verstopfter Harnweg schnell zum Notfall wird, ist das ein echter Vorteil.
Dazu kommt: Nassfutter ist bei gleichem Volumen kalorienärmer als Trockenfutter. Die Katze fühlt sich satt, ohne zu viel Energie aufzunehmen. Das hilft vielen Wohnungskatzen, schlank zu bleiben.
Pastete, Stückchen, Sauce oder Gelee?
Nassfutter gibt es in Dosen, Schalen und Beuteln, als feine Pastete, als Stückchen in Sauce oder Gelee und als Mousse. Welche Konsistenz deine Katze mag, ist reine Geschmackssache, und Katzen haben da sehr klare Meinungen. Manche schlecken nur die Sauce ab und lassen die Stückchen liegen, andere rühren Gelee nicht an.
Ein Blick auf die Zusammensetzung lohnt sich vor allem bei Sorten mit Sauce. Damit die Sauce sämig wird, kommen oft Stärke oder pflanzliche Bindemittel dazu, manchmal auch Zucker. Pasteten haben meist einen höheren Fleischanteil. Das heißt nicht, dass Sauce schlecht ist, aber das Etikett verrät dir, wie viel Fleisch wirklich drin ist.
- Pastete: meist fleischreich, gut für Katzen mit Zahnproblemen
- Stückchen in Sauce: beliebt, auf Bindemittel und Zucker achten
- Stückchen in Gelee: oft gut verträglich, nicht jede Katze mag es
- Mousse: sehr fein, praktisch für Kitten und Senioren
Wie viel Nassfutter braucht eine Katze?
Eine erwachsene Katze mit vier Kilo braucht je nach Futter und Aktivität grob 200 bis 300 Gramm Nassfutter am Tag. Das ist ein sehr grober Richtwert, denn der Energiegehalt der Sorten unterscheidet sich stark. Verlass dich deshalb auf die Fütterungsempfehlung der jeweiligen Sorte als Start und auf die Waage als Kontrolle.
Teile die Tagesmenge auf mehrere Portionen auf. Eine 400-Gramm-Dose reicht für eine Katze dann oft für knapp zwei Tage. Wer kleinere Mengen braucht, ist mit Schalen oder Beuteln zu 85 oder 100 Gramm oft besser dran, weil weniger angebrochen im Kühlschrank steht.
Lagerung: so bleibt Nassfutter frisch
Ungeöffnet hält Nassfutter lange, achte trotzdem auf das Ablaufdatum und kühle, trockene Lagerung. Eine gewölbte oder beschädigte Dose gehört in den Müll, nicht in den Napf. Nach dem Öffnen verderben die Reste schnell.
Deck die angebrochene Dose mit einem passenden Deckel ab oder füll den Rest in ein sauberes, verschließbares Glas. So nimmt das Futter keine Kühlschrankgerüche an und trocknet nicht aus. Länger als ein bis zwei Tage sollte es auch im Kühlschrank nicht stehen.
- offene Dose abgedeckt in den Kühlschrank
- Reste innerhalb von ein bis zwei Tagen verbrauchen
- vor dem Füttern auf Zimmertemperatur bringen, etwas warmes Wasser hilft
- nie direkt kalt aus dem Kühlschrank servieren, das kann zu Erbrechen führen
- im Napf übrig gebliebenes Futter nach wenigen Stunden entsorgen, im Sommer früher
- Napf nach jeder Mahlzeit spülen
Wenn die Katze das Nassfutter verweigert
Katzen, die jahrelang nur Trockenfutter bekommen haben, kennen Nassfutter oft gar nicht als Futter. Dann hilft Geduld: Misch anfangs nur einen Teelöffel unter die gewohnte Mahlzeit und steigere die Menge über zwei bis drei Wochen. Leicht angewärmtes Futter duftet stärker und ist für viele Katzen verlockender.
Probier auch verschiedene Konsistenzen aus. Manche Katze, die Pastete verschmäht, frisst Stückchen in Gelee mit Begeisterung. Wichtig ist nur: Lass deine Katze bei einer Umstellung nicht hungern, bis sie das neue Futter frisst. Mehr als ein Tag ohne Futter ist für Katzen gefährlich.
Nassfutter selbst kochen?
Selbst gekochtes Katzenfutter klingt liebevoll, ist aber eine Rechenaufgabe wie beim Barfen. Gekochtes Fleisch allein ist kein vollständiges Futter. Durch das Kochen geht zudem ein Teil des Taurins verloren, und ohne Kalziumquelle und gezielte Ergänzungen entstehen Mangelerscheinungen.
Wer selbst kochen möchte, sollte sich einen Plan von einer Tierärztin mit Ernährungsschwerpunkt erstellen lassen. Gewürze, Salz, Zwiebel und Knoblauch kommen dabei nie in den Topf. Als gelegentliche Abwechslung ist ein Stück ungewürztes, gekochtes Huhn dagegen völlig unproblematisch.
Häufige Fragen
Kann ich meiner Katze nur Nassfutter geben?
Ja, ein Alleinfuttermittel in Nassform deckt alle Bedürfnisse einer Katze. Für viele Katzen ist das sogar die gesündeste Lösung. Frisches Wasser sollte trotzdem immer bereitstehen.
Ist Nassfutter schlecht für die Zähne?
Die Sorge ist verbreitet, aber das Futter allein entscheidet wenig über die Zahngesundheit. Auch normales Trockenfutter putzt die Zähne kaum. Für gesunde Zähne helfen Zahnpflege und regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt mehr als die Wahl der Futterform.
Warum riecht meine Katze nach Nassfutter aus dem Maul?
Ein leichter Futtergeruch direkt nach dem Fressen ist normal. Riecht es dauerhaft stark, faulig oder süßlich, kann eine Zahnerkrankung oder ein anderes Gesundheitsproblem dahinterstecken. Dann lohnt sich ein Blick der Tierarztpraxis.
Wie oft sollte ich die Nassfuttersorte wechseln?
Zwei oder drei gut verträgliche Sorten im Wechsel sind ideal. So wird deine Katze nicht zu wählerisch, und du kannst ausweichen, wenn eine Sorte mal nicht erhältlich ist. Neue Sorten immer langsam einschleichen.