Was dürfen Katzen essen? Erlaubtes und Giftiges vom Menschentisch
Ernährung 8 Min. Lesezeit geprüft November 2026, 6 Quellen
Was dürfen Katzen essen außer Katzenfutter? Kleine Mengen gekochtes, ungewürztes Fleisch oder grätenfreier Fisch sind in Ordnung, alles Gewürzte, Gesalzene und Süße dagegen nicht. Einige Lebensmittel wie Zwiebeln, Knoblauch und Schokolade sind für Katzen sogar giftig und gehören nie in den Napf. Weintrauben und Rosinen stehen im Verdacht, die Nieren zu schädigen (bei Hunden belegt), deshalb sind sie tabu.
Was dürfen Katzen essen und was nicht: die Übersicht
Katzen sind echte Fleischfresser. Ihr Körper ist auf tierisches Eiweiß und Fett ausgelegt, und ein gutes Alleinfuttermittel deckt alles ab, was sie brauchen. Menschenessen ist deshalb nie nötig, sondern höchstens ein Leckerli.
Damit du beim Kochen nicht jedes Mal grübeln musst, hier die schnelle Übersicht zum Merken oder Abfotografieren für den Kühlschrank. Die Tabelle darunter zeigt die häufigsten Fragen aus der Küche auf einen Blick.
- Erlaubt in kleinen Mengen: gekochtes Huhn, Pute, Rind oder Lamm ohne Gewürze, Haut und Knochen
- Erlaubt in kleinen Mengen: gekochter Fisch ohne Gräten, zum Beispiel Lachs oder Kabeljau
- Erlaubt in kleinen Mengen: gekochter Reis, Nudeln oder Kartoffeln ohne Salz und Soße
- Lieber nicht: Wurst, Schinken, Käse, Fertiggerichte, Paniertes, alles Gebratene
- Giftig: Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch und Bärlauch, auch als Pulver oder in Soßen
- Giftig: Schokolade, Kakao, Kaffee, Tee und Energydrinks
- Giftig: Alkohol, roher Hefeteig; tabu: Weintrauben und Rosinen (stehen im Verdacht, die Nieren zu schädigen, bei Hunden belegt)
- Gefährlich: gekochte Knochen, rohes Schweinefleisch und Wildschwein, stark gesalzene Speisen
| Lebensmittel | Einstufung | Warum |
|---|---|---|
| Gekochtes Huhn, Pute, Rind (ungewürzt) | erlaubt in kleinen Mengen | tierisches Eiweiß, gut verträglich |
| Gekochter Fisch ohne Gräten | erlaubt in kleinen Mengen | roher Süßwasserfisch kann Vitamin B1 abbauen |
| Gekochter Reis, Nudeln, Kartoffeln | erlaubt, aber nutzlos | Katzen brauchen kaum Kohlenhydrate |
| Leber | nur selten | zu viel Vitamin A, besonders für Kitten |
| Wurst, Schinken, Leberwurst | lieber nicht | viel Salz, oft Zwiebel oder Knoblauch |
| Milch, Käse, Joghurt | lieber nicht | Milchzucker führt oft zu Durchfall |
| Rohes Schweine- und Wildschweinfleisch | verboten | Aujeszkysche Krankheit, für Katzen tödlich |
| Gekochte Knochen | verboten | können splittern, Verletzung oder Darmverschluss |
| Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch | giftig | schädigen die roten Blutkörperchen |
| Schokolade, Kakao, Kaffee, Tee | giftig | Theobromin und Koffein belasten Herz und Nerven |
| Weintrauben, Rosinen | tabu (Verdacht) | stehen im Verdacht, die Nieren zu schädigen (bei Hunden belegt) |
| Alkohol, roher Hefeteig | giftig | Alkoholvergiftung, Teig gärt im Magen |
Was dürfen Katzen auf keinen Fall essen?
Bei manchen Lebensmitteln gibt es keine harmlose Menge. Zwiebelgewächse wie Zwiebel, Knoblauch, Lauch und Bärlauch schädigen die roten Blutkörperchen, und Katzen reagieren darauf noch empfindlicher als Hunde. Das passiert auch durch kleine Mengen, die sich über Tage summieren, etwa wenn die Katze regelmäßig Soße oder Bratenreste abschleckt.
Wie wenig reicht, zeigt eine Übersichtsarbeit in Frontiers in Veterinary Science: Bei Katzen werden schon um die 5 Gramm Zwiebel pro Kilo Körpergewicht als giftig angegeben, bei Hunden ist es ein Vielfaches davon. Für eine Katze mit 4 Kilo wären das rund 20 Gramm, also etwa eine Zwiebelscheibe in der Bratensoße. Die ASPCA nennt Katzen bei Zwiebelgewächsen ausdrücklich empfindlicher als Hunde.
Schokolade und Kakao enthalten Theobromin, Kaffee und schwarzer Tee Koffein. Beides belastet Herz und Nervensystem. Weintrauben und Rosinen stehen im Verdacht, die Nieren zu schädigen (bei Hunden belegt), deshalb sind sie tabu, auch wenn der genaue Mechanismus noch nicht geklärt ist. Alkohol wirkt schon in winzigen Mengen stark, und roher Hefeteig geht im warmen Magen auf und bildet dabei Alkohol.
Bei manchen Lebensmitteln ist die Datenlage für Katzen dünn, weil die meisten Fälle von Hunden stammen, die einfach mehr Unsinn fressen. Das gilt etwa für Weintrauben, Macadamianüsse und den Zuckeraustauschstoff Xylit (Birkenzucker). Fehlende Daten heißen aber nicht „harmlos“, deshalb gehören auch sie nicht in den Katzennapf.
Nicht giftig im engeren Sinn, aber trotzdem riskant sind sehr fette und sehr salzige Speisen. Nüsse, Bratenfett und Chips können laut ASPCA Erbrechen und Durchfall auslösen, fettes Essen im Extremfall auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Viel Salz macht durstig und belastet den Körper, für eine kleine Katze ist die Brezel vom Heurigen schnell eine große Portion.
Hat deine Katze etwas davon gefressen, warte nicht ab, ob Symptome kommen. Ruf sofort deinen Tierarzt oder den Tiernotdienst an und sag, was und wie viel sie erwischt hat.
Bewahre Gefährliches außer Reichweite auf. Katzen springen auf Arbeitsflächen, öffnen Schranktüren und finden Reste im Mistkübel, besonders wenn niemand hinschaut.
Was dürfen Katzen an Fleisch und Fisch essen?
Gekochtes Muskelfleisch ist das beste Menschenessen für Katzen. Ein paar Würfel Hühnerbrust oder Putenfleisch, ungewürzt und ohne Haut, freuen jede Samtpfote. Auch gekochtes Rind, Lamm oder Kaninchen ist in Ordnung.
Leber ist zwar gesund, aber nur in kleinen Mengen. Sie speichert viel Vitamin A, und laut MSD Veterinary Manual kommt eine Vitamin-A-Vergiftung bei Katzen vor allem dann vor, wenn wachsende Kitten viel Leber bekommen. Ein Stückchen ab und zu ist in Ordnung, täglich sollte es nicht sein.
Rohes Schweine- und Wildschweinfleisch ist tabu, weil es den Erreger der Aujeszkyschen Krankheit übertragen kann, die für Katzen tödlich verläuft und nicht behandelbar ist. Wer seine Katze grundsätzlich roh ernähren möchte, sollte das gut planen, denn eine ausgewogene Rohfütterung braucht mehr als ein Stück Fleisch.
Rohes Fleisch kann außerdem Bakterien und Parasiten wie den Erreger der Toxoplasmose übertragen. Das Cornell Feline Health Center rät deshalb von rohem Fleisch als Leckerli ab. Ob und wie Rohfütterung sinnvoll ist, liest du im Ratgeber zum Barfen.
Fisch ist nur gekocht und ohne Gräten eine gute Idee. Roher Süßwasserfisch enthält ein Enzym (Thiaminase), das Vitamin B1 abbaut, und kann bei regelmäßiger Fütterung einen Mangel auslösen. Thunfisch aus der Dose ist höchstens eine seltene Ausnahme, mehr dazu im eigenen Ratgeber zu Thunfisch.
Knochen sind tabu, vor allem gekochte. Sie können splittern und laut ASPCA den Magen-Darm-Trakt verletzen oder verstopfen, im schlimmsten Fall braucht es eine Operation. Die Haut vom Brathendl ist ebenfalls keine gute Idee: Sie ist fett, gesalzen und oft gewürzt.
Warum Katzen anders essen als wir: echte Fleischfresser
Katzen sind obligate Fleischfresser. Das heißt: Sie sind auf Nährstoffe angewiesen, die es nur in tierischen Produkten gibt. Ihr Körper braucht viel Eiweiß, mäßig Fett und kaum Kohlenhydrate. Ein Teller Nudeln macht eine Katze vielleicht kurz satt, versorgt sie aber nicht.
Einige Nährstoffe kann der Katzenkörper nicht oder kaum selbst herstellen, sie müssen fertig im Futter stecken. Die wichtigsten stehen in der Liste am Ende dieses Abschnitts.
Spannend zum Weitererzählen: Katzen schmecken nichts Süßes. Forschende haben 2005 entdeckt, dass das Gen für einen Teil des Süß-Rezeptors bei Katzen nicht funktioniert, bei Tiger und Gepard übrigens ebenso. Wenn deine Katze am Kuchen schleckt, geht es ihr um Fett oder Obers, nicht um den Zucker. Gesund ist beides nicht.
Für den Alltag heißt das: Ein gutes Alleinfuttermittel deckt all das ab. Menschenessen ist nur ein kleines Extra, das man weglassen kann, ohne dass der Katze etwas fehlt. Wie du ein gutes Futter erkennst, steht im Ratgeber zu Katzenfutter.
- Taurin: eine Aminosäure, deren Mangel Augen und Herz schädigt
- Vitamin A: Katzen können es nicht aus Beta-Carotin (etwa aus Karotten) bilden
- Arachidonsäure: eine Fettsäure, die vor allem in tierischem Fett steckt
- Niacin: Katzen bilden kaum eigenes aus Eiweißbausteinen
Was dürfen Katzen vom Tisch essen? Wurst, Käse und Co.
Wurst und Schinken sind für Katzen keine gute Idee. Sie sind sehr salzig, oft gewürzt und enthalten nicht selten Zwiebel oder Knoblauch. Leberwurst, Extrawurst und Leberkäse sind da keine Ausnahme. Ein kleines Eck Kochschinken bringt deine Katze nicht um, regelmäßig sollte es aber nicht sein.
Bei den Klassikern aus dem Kühlschrank lohnt sich ein genauer Blick, deshalb haben sie hier eigene Ratgeber. Kurz zusammengefasst:
- Milch: Die meisten erwachsenen Katzen vertragen Milchzucker schlecht und bekommen davon Durchfall.
- Käse: Ein winziges Stück Hartkäse ist meist kein Problem, Salz und Fett sprechen aber gegen mehr.
- Joghurt: Naturjoghurt ohne Zucker vertragen manche Katzen in kleinen Mengen, andere gar nicht.
- Ei: Gekochtes Ei ist in Maßen in Ordnung, rohes Eiklar dagegen nicht.
- Thunfisch: nur selten und nie als Hauptmahlzeit.
Was dürfen Katzen essen außer Katzenfutter? Beilagen, Obst und Gemüse
Gekochter Reis, Nudeln oder Kartoffeln ohne Salz und Butter sind nicht giftig, bringen einer Katze aber kaum etwas. Rohe Kartoffeln und grüne Stellen sind dagegen tabu, weil sie Solanin enthalten. Brot ist in kleinen Mengen unbedenklich, nur roher Teig ist gefährlich.
Etwas Gurke, gekochte Karotte oder ein Stückchen Banane schaden den meisten Katzen nicht. Viele interessieren sich aber gar nicht dafür, und das ist völlig in Ordnung. Welche Sorten gehen und welche nicht, liest du im Ratgeber zu Obst und Gemüse für Katzen.
Selbst kochen für die Katze: geht das?
Ein Topf gekochtes Huhn mit Reis klingt nach liebevoller Hausmannskost, als Dauerfutter ist das aber ein Mangelprogramm. Es fehlen Kalzium, Taurin, Vitamine und Spurenelemente in der richtigen Menge. Selbstgekochtes Futter richtig auszubalancieren ist schwierig, deshalb raten Tierärztinnen und Tierärzte in der Regel zu fertigem Alleinfutter.
Wenn du trotzdem selbst kochen möchtest, zum Beispiel wegen einer Unverträglichkeit, lass dir einen Rationsplan von einer Tierärztin oder einem Tierarzt mit Zusatzausbildung in Ernährung erstellen. Rezepte aus dem Internet oder ein „bisschen von allem“ reichen dafür nicht. Kurzfristig, etwa einen Tag Schonkost nach Absprache mit der Praxis, ist gekochtes Huhn dagegen völlig in Ordnung.
Was dürfen Katzen essen und trinken? So gibst du Leckerlis richtig
Zum Trinken braucht deine Katze nur frisches, sauberes Wasser, und zwar jederzeit, am besten an mehreren Stellen in der Wohnung. Milch, Kaffeeobers oder Suppe mit Salz und Gewürzen gehören nicht dazu. Spezielle Katzenmilch aus dem Handel ist ein Leckerli mit Kalorien, kein Wasserersatz.
Als Faustregel gilt: Leckerlis aller Art, also auch Menschenessen, sollten laut Cornell Feline Health Center nicht mehr als 10 bis 15 Prozent der täglichen Kalorien ausmachen, damit das Alleinfutter die Hauptrolle behält. Gib Menschenessen lieber selten, in winzigen Portionen und immer ungewürzt. Und zieh die Leckerlis von der normalen Futtermenge ab, sonst wird aus der Chefin schnell ein Sofakissen.
Probier Neues immer einzeln aus und beobachte deine Katze danach einen Tag lang. Weicher Kot, Erbrechen oder Blähungen zeigen dir, dass sie es nicht verträgt. Und ganz wichtig: Füttere nicht vom Tisch, sonst hast du bald eine Chefin, die bei jeder Mahlzeit neben deinem Teller sitzt.
Sonderfälle: Kitten, ältere und kranke Katzen
Kitten haben einen empfindlichen Magen und wachsen schnell. Sie brauchen ein Kittenfutter, Menschenessen ist für sie noch weniger geeignet als für Erwachsene, und Leber nur in winzigen Mengen. Wie du Babykatzen richtig fütterst, steht im eigenen Ratgeber.
Ältere Katzen haben oft schon eine Nieren- oder Schilddrüsenerkrankung, ohne dass man es ihnen ansieht. Salzige Reste wie Wurst, Käse oder Suppe belasten dann zusätzlich. Bei einer Seniorin lohnt es sich, Leckerlis beim Seniorencheck mit der Tierarztpraxis abzusprechen.
Für Katzen mit Erkrankungen wie Nierenproblemen, Diabetes oder Futtermittelallergie können schon kleine Extras problematisch sein. Bekommt deine Katze ein Diätfutter, frag nach, welche Leckerlis erlaubt sind. Ein einziges Stück Schinken kann bei einer Allergie-Ausschlussdiät wochenlange Mühe zunichtemachen.
Häufige Fragen
Was dürfen Katzen aus dem Kühlschrank essen?
Am ehesten gekochtes, ungewürztes Fleisch wie Huhn oder Pute sowie gekochten Fisch ohne Gräten. Kalt direkt aus dem Kühlschrank vertragen es manche Katzen schlechter, lass es daher kurz auf Zimmertemperatur kommen. Wurst, Aufstriche, Soßen und Fertiggerichte sind keine gute Wahl.
Was dürfen Babykatzen essen?
Kitten brauchen ein spezielles Kittenfutter, das auf ihr Wachstum abgestimmt ist. Menschenessen ist für sie noch weniger geeignet als für erwachsene Katzen, weil ihr Verdauungssystem empfindlich ist. Wenn überhaupt, dann nur winzige Stückchen gekochtes Fleisch.
Was dürfen Katzen nach der Kastration essen?
Nach dem Eingriff gibt es meist erst nach einigen Stunden eine kleine Portion des gewohnten Futters, die genaue Empfehlung bekommst du von deiner Tierarztpraxis. Langfristig brauchen kastrierte Katzen weniger Energie. Achte deshalb auf die Futtermenge und spare bei Leckerlis.
Dürfen Katzen Brot essen?
Ein kleines Stück gebackenes Brot ist nicht giftig, hat für Katzen aber keinen Nutzwert. Brot mit Zwiebeln, Knoblauch, Rosinen oder Körnern solltest du nicht geben. Roher Hefeteig ist gefährlich, weil er im Magen aufgeht und Alkohol bildet.
Dürfen Katzen Leberwurst essen?
Besser nicht. Leberwurst ist salzig und fett, enthält oft Zwiebel oder Gewürze und liefert über die Leber viel Vitamin A. Ein kleiner Klecks, um eine Tablette zu verstecken, ist bei gesunden Katzen meist kein Problem, als regelmäßiges Leckerli taugt sie nicht.
Können Katzen vegetarisch oder vegan leben?
Nein, nicht mit selbst zusammengestelltem Essen. Katzen sind obligate Fleischfresser und brauchen Nährstoffe wie Taurin, Vitamin A und Arachidonsäure, die natürlicherweise nur in tierischen Produkten vorkommen. Eine fleischlose Ernährung führt ohne fachliche Begleitung zu ernsten Mangelerscheinungen.
Quellen
- People Foods to Avoid Feeding Your Pets, ASPCA Animal Poison Control Center
- Household Food Items Toxic to Dogs and Cats (Cortinovis & Caloni, Frontiers in Veterinary Science 2016), Frontiers in Veterinary Science
- Aujeszkysche Krankheit bei Katzen und Hunden, AGES Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
- Feeding Your Cat, Cornell Feline Health Center, Cornell University
- Nutritional Requirements and Related Diseases of Small Animals, MSD Veterinary Manual
- Pseudogenization of a Sweet-Receptor Gene Accounts for Cats' Indifference toward Sugar (Li et al. 2005), PLoS Genetics
Stand der Prüfung: November 2026